Start Mannheim ohne Militär Coleman-Kaserne
20 | 08 | 2017
Coleman-Kaserne PDF Drucken
Mittwoch, den 13. Juli 2016 um 18:48 Uhr

FriedensradlerInnen bei der Kundgebung vor der Coleman-Kaserne für deren FreigabeFreigabe und Konversion der Coleman-Kaserne statt Nutzung für die NATO-Ostexpansion

Die RadlerInnen von „Auf Achse für Frieden, Abrüstung und ein ziviles Europa“ unterstützen die Forderung von DFG-VK und Friedensplenum Mannheim.

FriedensradlerInnen bei der Kundgebung vor der Coleman-Kaserne für deren FreigabeBevor die RadlerInnen zum Ramstein Army Air Field aufbrachen, fuhren sie zu einer von DFG-VK und Friedensplenum unterstützen Mahnwache vor der Coleman-Kaserne. Damit verschafften sie sich einen eigenen Eindruck von dem riesigen Militärgelände von 210 Hektar (das Fünffache des Luisenparks). Mit einem leuchtend gelben Transparent mit der Forderung "Abrüstung jetzt" bewiesen sie praktische Solidarität mit dem Engagement für die Freigabe der Coleman-Kaserne.

US-Army verweigert die zugesagte Kasernenfreigabe

Otto Reger von der DFG-VK-Gruppe Mannheim-Ludwigshafen begrüßte die RadlerInnen und berichtete, dass die Kaserne im Januar 2015 kurz vor der Freigabe gestanden hatte. Doch dann erklärte die US-Armee überraschend, dass sie das riesige Gelände weiterhin nutzen werde. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie das in "Work Site" umetikettierte Gelände, als Standort für Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge verwenden werde. Außerdem begründeten die Militärs den Affront gegen den Willen der Bevölkerung damit, dass die Waffen in der Coleman-Kaserne zwischengelagert werden müssten für Manöver und Militärübungen in den neuen östlichen NATO-Staaten. Wie meistens verteidigten die US-Militärs ihre Eskalation mit der vermeintlich aggressiven Politik Russlands.  Erst wenn dort geeignete Kasernen errichtet seien, könne man die Kaserne freigeben, vertröstete die US-Armee die um den Frieden besorgten BürgerInnen.

Viele Menschen in Mannheim und Umgebung reagierten verärgert, denn die in einem arbeitsintensiven Bürgerbeteiligungsverfahren entwickelten zivilen Nutzungsmöglichkeiten erwiesen sich somit als Makulatur.  Mit Unverständnis reagierten viele MannheimerInnen auch darauf, dass ihre Stadt für die Zwecke der NATO-Ostexpansion missbraucht wird. Rund 700 Menschen forderten in einer von DFG-VK und Friedensplenum durchgeführten Unterschriftensammlung von PolitikerInnen sich für die Kasernenfreigabe einzusetzen.

Einer der Friedensradler sorgt bei der Kundgebung mit seiner Trompete für die richtigen Signale.Bleibende Eindrücke

Mit dem weltbekannten Song von John Lennon "Give Peace a Chance" verdeutlichten die Friedensdemonstranten den friedlichen Charakter des Anliegens der Fahrraddemonstration. Da passte es hervorragend, dass ein Teilnehmer auf seiner Trompete das traditionsreiche masurische Friedenslied "Zogen einst fünf wilde Schwäne" anstimmte. Vielleicht rief diese Melodie bei der Bewachungsmannschaft Erinnerungen an eine ähnliche Aktion hervor. Im März gab es vor dem Kasernentor nämllich eine weitere Protestaktion in Gestalt des Mannheimer Ostermarschs 2016 bei dem dieses und andere Friedenslieder gesungen wurden und Reden gehalten wurden.

Die RadlerInnen waren bereits am 4. Aug. 2016 in Mannheim angekommen. Davor hatten sie ihr Anliegen mit einer Anti-Kriegsperformance in der Heidelberger Innenstadt sichtbar gemacht. In Heidelberg-Wieblingen warbe sie vor dem Militärteilehersteller Rockwell Collins für die Umstellung von Rüstungs- auf die Zivilgüterproduktion (Rüstungskonversion) Mit ihren mit Friedensfahnen geschmückten Fahrrädern sorgten die RadlerInnen nicht nur am Paradeplatz für Aufsehen. Leider hielt zu starker Regen die Vorübergehenden vom Verweilen und bewirkte, dass die Anti-Kriegsperformance buchstäblich ins Wasser fiel.

Dim lights Embed Embed this video on your site

Bitte das Video auch auf youtube abrufen und positiv bewerten.