Start Mannheim ohne Militär Coleman-Kaserne freigeben
24 | 04 | 2017
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Mittwoch, den 02. September 2015 um 20:57 Uhr

DFG-VK und Friedensplenum Mannheim fordern:
Coleman-Kaserne freigeben!

Dritter Spaziergang um die Coleman-Kaserne

So. 6. Sept. 2015, 15 Uhr, Mannheim-Scharhof, Scarrastraße Kreisel.

Flyer für den Coleman-Spaziergang runterlanden
Nach einem kurzen Redebeitrag, werden wir zum Spaziergang am Kasernenzaun entlang aufbrechen. Bitte die aktuelle Presserklärung vom 3.9.15 beachten!

Presseerklärung von DFG-VK und Friedensplenums Mannheim vom 3. September 2015

Coleman-Kaserne freigeben!

Für eine politische Lösung und eine zivile Krisenbearbeitung in der Ukraine statt der militärischen Konfrontationspolitik

Friedensplenum und die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegenerInnen (DFG-VK)  Mannheim setzen sich mit einer weiteren Aktion für eine Freigabe der Coleman-Kaserne im Mannheimer Norden ein und laden am Sonntag, den 6. September 2015, zu einem Spaziergang am Kasernenzaun entlang ein. Treffpunkt ist um 15 Uhr in MA-Scharhof der Kreisel in der Scarrastraße. Zum Auftakt wird ein Vertreter des Friedensplenums eine kurze Ansprache halten.

Wie der Mannheimer Morgen am 2. September 2015 berichtete, hat die US-Armee auf dem riesigen Kasernengelände inzwischen „rund 250 Panzer und 1000 weitere Fahrzeuge stationiert.“ Anlass für den Bericht war der Besuch in Coleman von General Ben Hodges, Oberbefehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa. Wie der Artikel darstellt, werden die Panzer und Fahrzeuge ständig in Schuss gehalten „von rund 500 Personen, darunter Militärangehörige genauso wie deutsche Zivilisten“. Die Panzer würden immer wieder für Manöver Richtung Osteuropa gebracht. Den Transport führe die Deutsche Bahn-Tochtergesellschaft DB Schenker durch. „Rund drei Tage dauere es, sagte Klaus Hopbach, Leiter der Militärlogistik des Unternehmens, bis Panzer von Mannheim bis nach Litauen, Lettland oder Estland gebracht werden.“

Der Grund für die weiter militärische Nutzung der Coleman-Kaserne sei nach Ansicht von General Hodges "Russlands aggressives Verhalten." Der MM zitiert den Militär mit den Worten: "Wir haben Deutschland gebeten, ein weiteres Jahr bleiben zu können." Dabei habe sich der deutsche Staat und das Land „kooperativ gezeigt“.

DFG-VK und Friedensplenum weisen, die Aussagen von General Hodges entschieden zurück. Diese einseitige Schuldzuweisung verschweigt und verschleiert die Tatsache, dass die die von der Friedensbewegung seit Jahren kritisierte NATO-Osterweiterung die politischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen verschärft hat. Außerdem stellt sie eine wesentliche Ursache für die Krise und den Krieg in der Ukraine dar. Die von der russischen Regierung erfolgte Eskalation und Eingliederung der Krim weisen wir ebenfalls zurück.

Die Kriegsgefahr ist auf dramatische Weise gestiegen. Diese warnende Feststellung enthält auch der Aufruf "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!", der am 5. Dezember 2014 in der „Zeit“ veröffentlicht wurde. Darin fordern ehemalige Regierungsmitglieder wie Altkanzler Schröder und Ex-Bundespräsident Roman Herzog sowie bekannte Kulturschaffende wie Wim Wenders die gegenseitige Eskalation zu beenden und fordern eine „neue Entspannungspolitik für Europa.“ Sie fordern zur Besonnenheit und zum Dialog mit Russland auf und stellen fest: “Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer.“ Außerdem appellieren die Unterzeichner an die Medien vorurteilsfrei zu berichten und die Furcht der Russen vor der NATO-Ausdehnung und deren historische Erfahrungen zu berücksichtigen.  DFG-VK und Friedensplenum stimmen mit einigen Aussagen des Aufrufs nicht übereinstimmen, halten ihn aber in seinen Kernforderungen für richtig und fordern die Bundesregierung auf, diese umzusetzen.

Wenn es stimmt, dass sich der deutsche Staat und das Land laut General Hodges hinsichtlich der weiteren Nutzung der Coleman-Kaserne „kooperativ“ verhalten hätten,  fordern wir diese umso entschiedener  auf, sich bei der US-Regierung und der US-Armee gegen Panzerstationierung und Militärmanöver zu stellen. Die Bundesregierung muss sich gegen die NATO-Osterweiterung und stattdessen für eine politische Lösung und eine zivile Krisenbearbeitung in der Ukraine und in Osteuropa einzusetzen. Von DB Schenker fordern wir, sich nicht für eine Eskalationspolitik missbrauchen zu lassen und keine Panzertransporte mehr durchzuführen.

Mannheim darf nicht zur Drehscheibe für kommende Kriege werden, deshalb muss die Kaserne wie von der US-Armee zugesagt, freigegeben und zivil genutzt werden. Darin sind sich DFG-VK und Friedensplenum mit vielen  Menschen (nicht nur in Mannheim) einig, wie sich bei unserer Unterschriftensammlung für die Freigabe der Kaserne klar gezeigt hat.

Wir brauchen das Gelände nicht als Waffenlager sondern für eine sinnvolle Stadtentwicklung, wie sie im Bürgerbeteiligungsprozess erarbeitet wurde (z. B. die Entwicklung eines Naturschutzgebietes). Daher fordern wir Stadt, Land und Bund erneut auf, sich mit ihren jeweiligen Möglichkeiten für die Freigabe der Coleman-Kaserne einsetzen.