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24 | 04 | 2017
Angriff auf einen Aktiven der Friedensbewegung PDF Drucken
Sonntag, den 25. Januar 2015 um 22:02 Uhr

Angriff auf einen Aktiven der Friedensbewegung

Am späten Sonntagabend am 18. Januar 2015 wurde Bektas Cezik Opfer eines Angriffs durch drei Unbekannte. Bektas setzt sich als Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegne (DFG-VK) und Aktiver des Friedensplenums Mannheim öffentlich für Frieden und Abrüstung und gegen Krieg ein. DFG-VK und Friedensplenum Mannheim verurteilen den heimtückischen Angriff auf das Entschiedenste.

Wir verurteilen die Anwendung von physischer und psychischer Gewalt. Wir hoffen, dass sich die Polizei entschieden für eine Aufklärung der Tat einsetzt und in alle Richtungen ermittelt.

Mehr noch als durch sein Engagement in der Friedensbewegung ist Bektas als bekennender Muslim in Erscheinung getreten. Dabei hat er sich für eine gleichberechtigte Anerkennung von Muslim_innen eingesetzt. Er hat sich für die Toleranz zwischen den Religionen untereinander sowie zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen stark gemacht. Die Instrumentalisierung des Islam für intolerante und gewaltbereite Aktivitäten hat er zurückgewiesen. Daher ist es umso absurder, dass die Angreifer Bektas auch mit den Worten „Scheiß Salafist“ angegriffen haben.

In Mannheim haben sich unlängst 12.000 Menschen für ein Mannheim eingesetzt, das bunt und tolerant ist. Bunt steht dabei für das friedliche Zusammenleben vieler unterschiedlicher Kulturen, Weltanschauungen und Religionen. Toleranz bezieht sich auf die Art des Umgangs miteinander, der durch gegenseitigen Respekt und einen offenen Dialog miteinander geprägt sein soll. Der Angriff auf Bektas zeigt, dass es dafür intensiver und dauerhafter Bemühungen bedarf.

Im Alltag sind wir gefordert nicht wegzuschauen, wenn wir Gewalt und Intoleranz erleben. Diese zu Recht geforderte Zivilcourage ist auch gegenüber den Regierenden bitter nötig. Hier müssen wieder mehr Bürger_innen Flagge zeigen und an Aktionen der Friedensbewegung mitmachen wie beispielsweise beim "Friedenswinter 2014/15" oder der Kampagne "Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!" Es reicht nicht aus, sich für einen toleranten und gewaltfreien Alltag hierzulande einzusetzen, während die Bundesregierung durch Bundeswehreinsätze und Nato-Unterstützung sowie Waffenlieferungen für Tod und Krieg sowie Flucht und Vertreibung im Ausland verantwortlich ist. Das war auch für Bektas ein wichtiger Grund, sich in der Friedensbewegung zu engagieren.

Wir wünschen Bektas gute Genesung und rasche Heilung. Angesichts der ihm zugefügten seelischen Verletzung wird das ein langer Prozess sein, zumal es bereits das zweite Mal ist, dass Bektas überfallen wurde.