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Samstag, den 06. Juli 2013 um 13:20 Uhr

Logo der Kampagne Schulfrei für die Bundeswehr






Für militärfreie Schulen und Hochschulen

Gegen die mehr oder weniger unterschwellige Durchdringung von Bildung und Forschung für Kriegsvorbereitung, Kriegsdurchführung und Kriegsrechtfertigung wenden sich viele Menschen. Exemplarisch stellen wir die Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“ und dieUnterschriftenkampagne „Lernen für den Frieden!“ dar mit der Bitte um tatkräftige Unterstützung.

Logo der Kampagne Schulfrei für die BundeswehrDie Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“

Die Bundeswehr versucht zunehmend größeren Einfluss auf das Bildungswesen zu nehmen, um die Sicherheits-(Kriegs-)politik der Bundesrepublik Deutschland darzulegen. Mittlerweile haben acht Bundesländer Kooperationsvereinbarungen mit der Bundeswehr unterzeichnet, die der Bundeswehr bzw. den Jugendoffizieren Vorrang in den Bildungseinrichtungen einräumen. In Baden-Württemberg wurde diese Vereinbarung am 4.Dezember 2009 mit dem Kultusministerium getroffen. Die Arbeit von Jugendoffizieren in Schulen soll dabei verbessert werden. Insbesondere in die Ausbildung der ReferendarInnen und die LehrerInnenfortbildung sollen Jugendoffiziere stärker eingebunden, so genannte Bildungsangebote der Bundeswehr in Medien der Kultusministerien veröffentlicht werden.
Die Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“ klärt über die Militarisierung der Gesellschaft am Beispiel Schule in Baden-Württemberg auf. Dazu stellt sie Hintergrundmaterial zur Verfügung, und unterstützt SchülerInnen, LehrerInnen, ReferendarInnen, Eltern und Friedensgruppen mit Materialien, die sich gegen den Einsatz von Jugendoffizieren an ihrer Schule wehren wollen und führt Aktivitäten durch.

Was sind die Ziele der Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr“?

  1. Kündigung der Kooperationsvereinbarung.
  2. Keine Werbeveranstaltungen der Bundeswehr  durch Jugendoffiziere  und Wehrdienstberater an den Schulen.
  3. Keine Einbindung durch Jugendoffiziere in die Ausbildung von Lehramtsanwärtern.
  4. Einrichtung einer Landesarbeitsstelle Friedenserziehung/Friedenspädagogik.
  5. Aufnahme von Themen der Friedenserziehung/Friedenspädagogik in die Lehrerausbildung und in die Fortbildungsveranstaltungen der Staatlichen Akademien für Lehrerfortbildung.

Ziel der Kampagne ist es, die Kooperationsvereinbarung in Baden-Württemberg zurückzunehmen, auf dem Weg zu einer bundeswehrfreien Schule, um langfristig Militärs aus allen Bildungseinrichtungen zu verdrängen. Schülerinnen und Schüler sollen nicht für das Töten von Menschen angeworben werden, sondern zum Frieden erzogen werden. Die Kampagne bietet ReferentInnen an, die zu diesem Zwecke für Veranstaltungen „gebucht“ werden können.

Wo gibt es welches Material?
Die Internetseite www.schulfrei-für-die-bundeswehr.de (man beachte das „ü“!) ist eine wahre Fundgrube für wichtige Informationen. In der Rubrik „Aktiv werden“ stehen die Kampagnenziele und es werden Materialien für verschiedene Zielgruppen (LehrerInnen, Eltern, SchülerInnen, ...) angeboten. In „Hintergründe“ stehen einschlägige Dokumente und bei „Presse“ gibt es Medienberichte sowie Presseerklärungen der Kampagne. Hilfreich ist auch das Angebot unter „Materialien“.

Lernen für den Frieden

Keine Rüstungsindustrie und kein Militär in Bildungseinrichtungen

Die Unterschriftenkampagne „Lernen für den Frieden“! engagiert sich gegen die Militarisierung von Schulen und Hochschulen und für zivile Bildung und Wissenschaft. Sie ermuntert alle, sich für ein Bildungssystem und eine Gesellschaft einzusetzen, die geprägt sind von Aufklärung, Solidarität und Argumentation statt der kriegerischen Durchsetzung politischer und wirtschaftlicher Interessen. Mit den Unterschriften werden Schulen und Hochschulen aufgefordert, sich zu einer strikt zivilen Ausrichtung zu verpflichten. Die Landesregierungen sollen eine zivile und dem Frieden dienende Ausrichtung von Bildung und Wissenschaft ermöglichen.

Bundesweit engagieren sich Schülerinnen und Studierende, Lehrer und Dozierende, GewerkschaftlerInnen und weitere Aktive gegen den Einfluss der Bundeswehr auf die Schulen und für Zivilklauseln an den Hochschulen. Eine deutliche Mehrheit der Studierenden hat an den Hochschulen Karlsruhe, Köln, Frankfurt und Kassel für die Verankerung von Zivilklauseln gestimmt, mittlerweile haben mindestens 15 Hochschulen Zivilklauseln in ihre Satzungen aufgenommen. Zudem wird in einer Reihe von Bundesländern dafür gestritten, die Hochschulgesetze mit ziviler Orientierung zu reformieren. Die Kooperationsverträge Schule/Bundeswehr in NRW, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland sind öffentlich in die Kritik geraten und stehen auf dem Prüfstand. In Schulen und Hochschulen wächst das Engagement gegen die Militarisierung von Bildung und Wissenschaft und für eine zivile und friedliche Entwicklung der Welt.

Am 13. Juni 2013 ist die Kampagne anlässlich der dezentralen antimilitaristischen Aktionstage offiziell gestartet und wendet sich an alle auch außerhalb von Schulen und Hochschulen. Die ersten gesammelten Unterschriften sollen am 5. Dezember 2013 bei der Kultusministerkonferenz in Bonn den politisch Verantwortlichen übergeben werden.

Unterschriftenlisten und weitere Informationen: www.lernenfuerdenfrieden.de