Start Beispielseiten Ostermarsch 2010 Rhein-Neckar - was wirklich wichtig ist
23 | 04 | 2017
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Samstag, den 03. April 2010 um 18:24 Uhr

Mannheimer und Heidelberger radeln um die US-Kasernen in HeidelbergPace-Fahne beim Ostermarsch Rhein-Neckar 2010

Welche Ausmaße die Patton Barracks sowie die Patrick-Henry und die Mark-Twain-Village haben, erfuhren die Ostermarschradlerinnen und -radler buchstäblich, als sie am Karfreitag dem 2. April 2010 mit ihren Abrüstungs- und Anti-Kriegsforderungen zu einer Tour de Militär aufbrachen.

Schluss mit der Illusion vom sauberen Krieg und der Legende eines zivilen Aufbaus in Afghanistan

Wie dringend und überlebenswichtig die Forderung nach einem sofortigen Abzug der Bundeswehr und anderer Armee aus Afghanistan ist, belegen die aktuellen Ereignisse am Hindukusch: Drei weitere deutsche Soldaten wurden von Taliban-Kämpfern umgebracht sodass inzwischen bereits 39 Bundeswehrsoldaten getötet wurden. Aber auch die Bundeswehr selbst hat weitere Menschen auf dem Gewissen: fünf afghanische Soldaten. Wie berichtet wird hat sie eine deutsche Schützenpanzerbesatzung versehentlichbeschossen. Die afghanischen Soldaten und Verbündete der ISAF hatten sich in zwei Zivilfahrzeugen genähert und hatten nicht schnell genug angehalten. Wer die Ereignisse in Afghanistan verfolgt kann nicht überrascht sein, denn derartige "Zwischenfälle" sind keine Seltenheit. Bei einem Vortrag in Mannheim berichteteTobias Pflüger, der zusammen mit der Informationsstelle Militarisierung (IMI) die Entwicklung in Afghanistan verfolgt, über ähnliche derartige Vorfälle. Auf unserer Seite sind wesentliche Aussagen zusammengefasst und ein Link zu einer Audiodatei mit Pflügers Vortrag.

Ohne Truppenabzug und Verhandlungen sind Tote vorprogrammiert

Die Reaktionen von Verteidigungsminister zu Guttenberg und anderer Regierungsvertreter sind die altbekannten: Betroffenheit und tiefes Bedauern. Ob es sich um echte oder geheuchelte Gefühle handelt, sei dahin gestellt, denn es kommt auf das selbe heraus. Wie Ex-Verteidigungsminister Peter Struck in einem TV-Interview unlängst eingestanden hat, hat er und die Regierung die Situation in Afghanistan zu rosig eingeschätzt, als sie den Afghanistaneinsatz begonnen hat. Und seither wird mit jedem Tag wird deutlicher, dass die Bundeswehr keine Entwicklungshelfer in Uniform sind, sondern dass es sich in Afghanistan um einen blutigen Krieg handelt und die Bundeswehr und die ISAF-Truppen die Taliban wieder um Erstarken gebracht haben. Darüber belügen die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker die Öffentlichkeit vorsätzlich wie beispielsweise die anfängliche Leugnung von zivilen Toten bei der Bombardierung der Tanklastzüge in Kundus gezeigt hat. Selbst Militärs geben inzwischen zu, dass der Krieg in Afghanistan militärisch nicht zu gewinnen ist. Für einen Truppenabzug setzten sie sich aber nicht ein und beklagen sich statt dessen über die Politiker, die ihnen die notwendige Ausrüstung vorenthalten hätten.  Die Friedensbewegung hat Ausstiegsstrategien schon vor einiger Zeit ausgearbeitet. Die Ostermarschaktionen tragen dazu bei, dass diese von der Bundesregierung hoffentlich bald ernsthaft geprüft werden. Die Aktivisten hoffen, die Bürgerinnen und Bürger anzuregen, sich an die Bundestagsabgeordneten mit entsprechenden Forderungen zu wenden oder mit Leserbriefen und Forumsbeiträgen den Bundeswehrabzug zu beschleunigen.

Atomwaffen aus Deutschland abziehen

Die Präsident Obama und Medewedjew haben sich dieser Tage auf einen Reduzierung der Atomwaffenarsenale geeinigt und eines neues START-Abkommen unterzeichnet. Das ist ein richtiger Schritt endlich weitere Atomsprengköpfe zu verschrotten, dem bald weitere Maßnahmen folgen müssen vor allem der Abzug der im Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in der Eifel gelagerten Massenvernichtungswaffen. Im Koalitionsvertrag von FDP und CDU gibt es eine entsprechende Aussage. Es bedarf aber des weiteren Drucks wie beispielsweise durch den Pacemaker Radmarathon für atomare Abrüstung damit die Atomwaffen auch wirklich verschwinden.

Trauriger Erfolg: Deutschland drittgrößter Waffenexporteur - Rüstungsexporte stoppen

Der Hauptredner bei der Abschlusskundgebung vor dem Headquarter der US-Army  Willi van Ooyen machte klar, dass die Ostermärsche sich auch gegen Rüstungsexporte richten. Das ist ein wichtiges Anliegen, denn deutsche Rüstungsschmieden dürfen nicht länger die Mittel zum Töten sogar in Länder schicken, die als Spannungsgebiete eingestuft sind. Ihre Beihilfe zum Morden stellt die "wehrtechnische Industrie" keineswegs widerwillig zur Verfügung, wie sie gerne behauptet. Vielmehr versucht sie mit gezielten Aktivitäten bis hin zu Bestechung ihre Mordinstrumente auch jenen Regierungen anzudienen, die sich einen Kehricht um das Wohlergehen ihrer Bevölkerung scheren indem sie die Staatsfinanzen für Waffen verplempern.

Das Beispiel des Militär-Aribus zeigt, um welche gigantischen Verschwendung es sich handelt: 20 Milliarden Euro kosten der Flieger, dessen Entwicklung immer teurer wurde. Der A-300 M wird dann nicht Nahrungsmittel in die weite Welt befördern, sondern Soldatinnen und Soldaten mit "intelligenten"(?!) zu den ademnächst entdeckten neuen Krisengebieten bringen.

Ostermärsche in den Medien

Seit 50 Jahren für den Frieden: Friedensaktivisten feiern Jubiläum der Ostermärsche SWR Fernsehen Mi. 31.3.2010, 21.45 Uhr

Für den Weltfrieden! 50 Jahre Ostermärsche
SWR Fernsehen Mi. 31.3.2010, 18.45 Uhr

Ostermarsch-Radler vor der Patton-Kaserne wünschen der US-Armee einen guten Umzug - nach Hause in die USA und nicht nur bis nach Wiesbaden

Vor dem Heidelberger Hauptbahnhof

Ostermarsch-Radler auf der Straße

Willi van Ooyen