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14 | 08 | 2018
FRIEDEN GEHT! 24.5.18 Staffellauf gegen Rüstungsexporte PDF Drucken
Sonntag, den 15. April 2018 um 06:36 Uhr

Einlauf der Staffellauf-LäuferInnen"Frieden geht!" in Mannheim

Tolle Atmosphäre beim Empfang des Staffellaufs gegen Rüstungsexporte

Während die Getränk- und Essenstände aufgebaut wurden, türmten sich am Himmel die Wolken auf und ließen Schlimmes erwarten. Dazu passte die Warnung des Polizei-Einsatzleiters vor einem möglichen Sturm. Doch als der Moderator Einhart Klucke die Kundgebung eröffnete,

war die die Wolkendecke aufgerissen und Sonnenschein auf dem Alten Messplatz. Im Namen der Veranstalter Friedensplenum Mannheim und DFG-VK Mannheim-Ludwigshafen begrüßt Otto Reger die Anwesenden zur Kundgebung aus Anlass des vierten Staffellauftages am 24. Mai 2018. Er sagte, dass das Engagement gegen Rüstungsexporte schon lange ein Schwerpunkt der Arbeit beider Organisationen bilde und man sich gerne für die Unterstützung von „Frieden geht!“ entschieden habe.

Gelungene musikalische Umrahmung

Man wollte nicht nur eine Kundgebung, sondern zum Abschluss des Etappentages auch eine kleine Fete machen. Dabei durfte Musik nicht fehlen und mit der Sängerin und Gitarristin Gizem Gözuacik*) sowie mit Markus Sprengler*) konnten zwei auch über Mannheim hinaus bekannte Künstler gewonnen werden. Beide haben ihr musikalisches Können schon des Öfteren bei Aktionen eingebracht, wenn es um das Thema Krieg und Frieden ging. Gizem engagiert sich in der Organisation DIDF und ist beispielsweise bei den Demonstrationen gegen den Einmarsch des türkischen Militärs in das kurdische Nordsyrien aufgetreten. Markus, der Bezirksbeirat für die Grünen ist, hat Mahnwachen und Kundgebungen für ein Ende des Krieges in Syrien unterstützt.

Einlauf der Staffellauf-LäuferInnenVor dem Einlauf der LäuferInnen war noch Zeit, sodass Helmut Lohrer*) berichten konnte, welche tolle Unterstützung der Staffellauf durch viele TeilnehmerInnen und Unterstützer an den Etappenstationen an den ersten drei Staffellauftagen bereits erfahren hat. Denn als Mitglied des Organisationsteams - das logistische Rückgrat des Staffellaufs für alle dreizehn Etappentage – ist er mittendrin und immer dicht dran. Ansonsten engagiert sich Helmut als Mitglied der Internationalen ÄrztInnen zur Verhütung des Atomkriegs (IPPNW), die Mit-Veranstalter des Staffellaufs sind und sich ansonsten auch für nukleare Abrüstung und den Atomwaffenverbotsvertrag stark machen.

Unterstützung durch die Bürgermeisterin und die IG Metall

Als die rund 20 LäuferInnen auf dem Alten Messplatz einlaufen werden sie mit viel Jubel und großem Applaus empfangen. Auch wenn manche ziemlich verschwitzt und rotem Kopf einlaufen, ist ihnen die Freude deutlich ins Gesicht geschrieben. Und sie haben allen Grund dazu, denn schließlich ist es eine tolle Leistung mehr als elf Kilometer im Laufschritt zurückzulegen und sich dabei für eine gute Sache - das Rüstungsexportverbot - einzusetzen.

Bürgermeisterin Freundlieb bei der StaffellaufkundgebungGenau das würdigte die Mannheimer Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb*), die die LäuferInnen im Namen der der Stadt herzlich willkommen hieß. Sie wies darauf hin, dass die deutschen Rüstungsexporte nicht akzeptabel seien und dass sie beendet werden müssten. Gleichzeitig rief sie in Erinnerung, dass der Staffellauf auch von der Stadtspitze, also von OB Peter Kurz und von der Bürgermeisterin Kubala unterstützt werde.

Die IG Metall ist die Gewerkschaft in deren Zuständigkeit auch die meisten Rüstungsunternehmen fallen. Daher waren viele auf die Rede des obersten Mannheimer IG Metall-Vertreters, Klaus Stein*), gespannt. Es dankte den Organisatoren des Staffellaufs insgesamt und den lokalen Organisatoren und würdigte deren ungewöhnlichen unentgeltlichen und uneigennützigen Einsatz. Er wünschte ihnen auch die erforderliche Kraft ihr Ziel auch dort mutig zu vertreten, wo offen rechtes Gedankengut geäußert und Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht würden. Mit Blick auf die Diskussionen in der IG Metall zu Krieg und Frieden drückte er seine Freude darüber aus, dass insbesondere nach dem letzten Gewerkschaftstag die Positionen der IG Metall klar seien: Rüstungskonversion ja, keine Produktion von Rüstungsgütern und Raushalten aus kriegerischen Konflikten.

Staffellaufläufer mit KinderwagenDie Forderung nach einem Rüstungsexportverbot stößt bei vielen Menschen auf Zustimmung und wird von vielen Organisationen aktiv angestrebt. Das geht aus der großen Zahl der Veranstalter und Unterstützerorganisationen des Staffellaufs hervor. Die Einladung vom Friedensplenum, sich mit einem Informationsstand an der Staffellauf-Kundgebung zu beteiligen stieß auf positive Resonanz, denn nicht weniger als elf Informationsstände waren vertreten: die Anarchistische Gruppe, amnesty international, attac, DIDF, IG Metall, Grüne, Die Linke, Mannheim sagt Ja!, VVN, Weltladen und13 Hektar Freiheit.

Engagement aus kirchlichen Kreisen

Auch Kreise der Kirchen und christliche Friedensorganisationen setzten sich engagiert für das Verbot von Rüstungsexporten ein. Man denke nur an die kritischen Rüstungsexportberichte der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE), die die Waffenexporte der Bundesregierung seit Jahren deutlich kritisiert und Alternativen fordert, beispielsweise ein Rüstungsexportkontrollgesetz. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, ACK, ist Mitveranstalter des Staffellaufs und ihr Vorsitzender, Joachim Vette, hat "Frieden geht!" wörtlich genommen und ist von Ladenburg bis Mannheim mitgelaufen. Das hielt ihn nicht davon ab, ebenfalls das Wort an die Kundgebungsteilnehmer zu richten. Da er Theologe und Pfarrer ist tat er das in Form eines Abendsegens. Er wurde dabei unterstützt und assistiert durch eine Geistlichen der griechisch-orthodoxen Kirche.

Otto Reger erinnerte daran, dass man Abgeordnete aus Mannheim und Umgebung aus Bundestag, Landtag und Gemeinderat auf den Staffellauf aufmerksam gemacht und um Unterstützung gebeten habe. Erfreulicherweise kamen dieser Bitte die Bundestagsabgeordneten Gökay Akbulut, Lothar Binding, Lars Castellucci und Gerhard Schick nach ebenso wie Landtagsabgeordnete und Stadträte, deren Namen auf der Internetseite der DFG-VK MA-LU veröffentlicht wurden.

Bundestagsabgeordneten der CDU in die Pflicht nehmen

Es waren auch der Bundestagsabgeordnete der CDU Nikolas Löbel und die CDU-Stadträte aus Mannheim angesprochen worden, von denen allerdings keine Antwort gekommen sei. Reger erklärte, dass man es für wichtig halte nicht nur der Bundesregierung, sondern auch Nikolas Löbel deutlich zu machen, dass ein Rüstungsexportstopp für viele Menschen ein wichtiges Anliegen sei. Deshalb habe man einen Brief mit Fragen zu Rüstungsexporten an Nikolas Löbel verfasst und ausgedruckt. Erfreulicherweise haben mehrere Leute das Angebot genutzt und den Brief mit ihrem Namen und Absender versehen an den CDU-MdB geschickt.

Beid der Kundgebung wurden auch Protestpostkarten an den obersten Boss von Rheinmetall, Armin Papperger, verteilt. Darin wird er aufgefordert, den Export von Munition aller Rheinmetall-Unternehmen zu stoppen. Viele nutzen die Postkarte als eine zusätzliche Form des Einsatzes für den Rüstungsexportstopp.

Martina Jäger, DFG-VK-Mitglied aus Würzburg hatte eine pfiffige Idee, wie man das Motto des Staffellaufs der Bundesregierung auch optisch plastisch zum Ausdruck bringen kann und wie das von jedem Einzelnen unterstützt werden kann. Sie bemalte den oberen Teil eines großen Bettlakens mit poppig bunten Buchstaben, die das Motto „Frieden geht“ bilden. Im unteren Abschnitt des Lakens ließ sie Platz, um darauf mit einem Stift den Umriss eines Schuhs zu zeichnen, um so  innen rein seinen Namen schreiben zu können.

Tanzen als freudiger Ausdruck über eine gelungene Aktion

Für eine Kundgebung ungewöhnlich endete diese mit einem Bachata-Salsa-Schnupper-Tanzkurs. Angeboten wurde er von dem auch politisch engagierten Tanzlehrer Pancho, der nach dem CIA geführten Militärputsch gegen den damaligen Präsidenten Allende aus Chile flüchten musste.

Die Kundgebung und Abschlussfete war eine gelungene Aktion, um der Bundesregierung  die Dringlichkeit eines  Rüstungsexportstopps deutlich zu machen. Darin waren sich das lokale und das Gesamt-Orga-Team einig und gab Letzterem viel Schwung für die folgenden Etappen mit.

Der fünfte Etappentag begann ebenfalls in Mannheim mit einem öffentlichen Frühstück wiederum auf dem alten Messplatz. Nachdem Max Weber vom Orga-Team das Startsignal gegeben hatte machten sich zwei Läufer auf die Halbmarathonstrecke nach Lorsch. Sie wurden mit viel Applaus und guten Wünschen begleitet sowie von einer Gruppe von Fahrradfahrern, die ihre Rädern mit Friedensfahnen geschmückten hatten.

*) Der Bermudafunk hat dankenswerterweise einige Reden und Lieder aufgenommen, die im Archiv der Freien Radios nachgehört werden können.

Brief an MdB Nikolas Löbel, CDU, zum Ausdrucken und Abschicken

Medienecho

In Mannheim ein Zeichen für den Frieden setzen Rhein-Neckar-Zeitung, 26.05.18
Waffen Staffellauf gegen Rüstungsexporte. Sportler protestieren, Mannheimer Morgen, 28.05.18
Frieden in Bewegung. Mit 1162 Kilometern Staffellauf gegen den exportierten Tod aus Deutschland, Neues Deutschland, 29.05.18


So war die Veranstaltung angekündigt worden.

Kundgebung + Tagesetappen-Fete

FRIEDEN GEHT! STAFFELLAUF GEGEN RÜSTUNGSEXPORTE
FÜR EINE FRIEDLICHE WELT

Do. 24. Mai 2018 Alter Messplatz, 18 Uhr

Die Kundgebung am Alten Messplatz bildet den Abschluss des 4ten Etappentags des Staffellaufs und ist zugleich eine (kleine) Fete. Flyer runterladen

Sie beginnt um 18 Uhr mit der Begrüßung durch den Moderator Einhart Klucke und Otto Reger und Hedi Sauer-Gürth für die Veranstalter DFG-VK und Friedensplenum Mannheim.

Die LäuferInnen treffen um 19 Uhr am Alten Messplatz ein und werden mit gebührendem Beifall und Applaus empfangen. Ihr Engagement wird auch durch die folgenden Rede- und Musikbeiträge gewürdigt.

Redebeiträge (ab 19 Uhr)

• Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb
• Klaus Stein, Erster Bevollmächtigter IG Metall MA
• Vertreter/in des Arbeitskreises Christlicher Kirchen
• Moderation: Einhart Klucke

Musik

• Gizem Gözuacik
• SPRENGLER & FRIENDS
• Chor der Bahnhofshelfer

Nach den Reden und musikalischen Darbietungen besteht die Möglichkeit, gemütlich den Tag ausklingen zu lassen. Alternativ kann man bei einem Salsa+Bachata-Schnupperkurs mit "Pancho" von der Tanzschule Danzon mitmachen.

Essen und Trinken (fürs leibliche Wohl)

Infostände (für die geistige Nahrung)

Unabhängig davon, ob man auf einer der zahlreichen Geh- und Lauf-Strecke mitmacht, geht es bei der Kundgebung darum, der folgenden Forderung an die Bundesregierung Nachdruck zu verleihen.

Kriegswaffen und Rüstungsgüter dürfen grundsätzlich nicht exportiert werden!

Die Politik muss sich für folgende Schritte einsetzen.

  • Kein Export von Kriegswaffen und Rüstungsgütern an menschenrechtsverletzende und kriegführende Staaten
  • Exportverbot für Kleinwaffen und Munition
  • Keine staatlichen Hermesbürgschaften zur Absicherung von Rüstungsexporten
  • Keine Lizenzvergaben zum Nachbau deutscher Kriegswaffen

Die Rüstungsindustrie muss auf eine sinnvolle, nachhaltige, zivile Fertigung umgestellt werden (Rüstungskonversion).

Weiterführende Hinweise

Man kann sich für die Laufstrecke von Ladenburg nach Mannheim sowie für alle anderen Teil-Etappen auch noch kurzfristig anmelden: https://www.frieden-geht.de/laufstrecke-und-anmeldung/

Mehr Informationen zu den Aktivitäten in Mannheim unter https://mannheim.dfg-vk.de/mannheim-aktuelles/staffellauf-beschreibung