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29 | 04 | 2017
Infostand bei DGB-Mai-Kundgebung PDF Drucken
Mittwoch, den 29. April 2015 um 09:29 Uhr

DFG-VK und Friedensplenum Mannheim bei der DGB-Mai-Kundgebung 2015

Gelungener Start der Unterschriftensammlung für die Coleman-Freigabe

Bereits das bei der Demo des DGB zum 1. Mai getragene Transparent "Coleman Areal für Menschen statt für das Militär" verdeutlichte den Schwerpunkt mit dem DFG-VK und Friedensplenum sich bei der Mai-Kundgebung beteiligten: Freigabe der Coleman-Kaserne im Mannheimer Norden. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen hat das Friedensplenum jetzt eine Unterschriftensammlung gestartet.

 

 


Darin werden Stadt, Land und Bund aufgefordert, sich für eine Freigabe der Kaserne einzusetzen. Zur Begründung heißt es: „Wir brauchen das Gelände nicht als Waffenlager sondern für eine sinnvolle Stadtentwicklung, wie sie im Bürgerbeteiligungsprozess erarbeitet wurde(z. B. für die Entwicklung eines Naturschutzgebietes).“

Mehr als 100 Unterschriften für die Kasernenfreigabe

In den am Infostand ausgelegten Listen haben sich über 100 Personen eingetragen. Dabei war selten Überzeugungsarbeit erforderlich, denn die Lagerung von 800 Panzern und Kettenfahrzeugen stößt bei vielen Menschen in der Stadt und Region auf Ablehnung. Zu offensichtlich, dient die weitere militärische Nutzung des riesigen Areals einer Verschärfung des Konfliktes in der Ukraine und der Spannungen mit Russland und damit einer gefährlichen Eskalationspolitik.

Die Unterschriftensammlung läuft noch bis Ende Mai und wird intensiv beim Max-Joseph-Straßenfest der Stadtteilinitiative gegen Ausländerfeindlichkeit fortgesetzt.

Mit Gewehrattrappe für ein Rüstungsexportverbot


Am Infostand zog ein überdimensionales Gewehr aus Pappmaschee viele Blicke auf sich. Anders als die Attrappe ist das G36-Gewehr von Heckler & Koch bestens geeignet Menschen umzubringen. Auch wenn das G36 bei heißem Klima oder bei Dauerfeuer nicht optimal tötet, haben Soldaten, Paramilitärs und (korrupte) Polizisten (siehe Mexiko) schon viel zu viele Menschen damit umbringen können. Weil die deutsche Bundesregierung den Export von G36-Gewehren und anderen Waffen genehmigt, ist sie mitverantwortlich dafür, dass H & K Deutschlands „tödlichstes Unternehmen“ (Zitat Jürgen Grässlin) wurde. DFG-VK und Friedensplenum Mannheim sind daher Mitglied der Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ und setzen sich dafür ein, dass die Bundestagsabgeordneten das Friedensgebot des Artikels 26 Absatz 2 des Grundgesetzes durch ein Rüstungsexportverbot ergänzen.

Bundestagsabgeordnete aufgefordert sich für ein Rüstungsexportverbot zusetzen

Die DFG-VK hatte am Infotisch einen Brief an die Mannheimer Bundestagsabgeordneten ausgelegt. Darin werden die MdB aufgefordert, sich für ein Verbot des Waffenhandels einzusetzen. Viele nutzen die Möglichkeit, sich dem Brief anzuschließen, indem sie diesen mit ihrer Unterschrift und Anschrift versahen.
Der Infostand stieß bei vielen auf Interesse und es gab interessante Gespräche und überzeugende Argumente. So wurde etwa zum G36-Skandal kritisiert, dass es schlimm ist, wenn Politiker_innen sich darum sorgen, dass ein ineffizientes G36 Bundeswehrsoldaten in Gefahr bringen kann, aber das Leben von Menschen, die mit dem G36 (im „Normalbetrieb“) umgebracht werden, unerheblich ist. Gefragt wurde außerdem wie unfähig und/oder korrupt das Verteidigungsministerium sein muss, wenn sie ein Gewehr beschafft, welches die Anforderungen (effizient zu töten) nicht erfüllt. Das G36 ist kein Einzelfall für eine unfähige Militärbürokratie, wenn man an die über Hundert abgestürzten Starfighter-Bombenflugzeug denkt.