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28 | 05 | 2017
Ostermarsch Mannheim 2015 PDF Drucken
Samstag, den 07. März 2015 um 09:43 Uhr
DIN A4-Plakat Ostermarsch Mannheim 2015

Ostermarsch Mannheim 2015

Über 200 Menschen gehen für Abrüstung und gegen die NATO auf die Straße

Trotz schlechtem Wetter kamen am 4. April 2015 mehr als 200 Menschen zu der von DFG-VK und Friedensplenum Mannheim veranstalteten Kundgebung und Demo. Auch Dauerregen hielt die circa 30 RadlerInnen nicht davon ab,  zur Coleman-Kaserne zu radeln um dort bei der Abschlusskundgebung nachdrücklich von der US-Armee deren Freigabe zu fordern.

 

 

 

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Logo Friedensplenum Mannheim

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Die Aktion in Mannheim bereichert die zahlreichen Ostermarsch-Aktionen

Der von DFG-VK und Friedensplenum Mannheim veranstaltete Ostermarsch begann mit einer Kundgebung auf dem Paradeplatz. Nach den aufschlussreichen Reden sorgte der bunte Demonstrationszug durch die Breite Straße bis zur Abendakademie für Aufmerksamkeit. Von dort brachen circa 30 RadlerInnen mit ihren mit Schildern ausgestatteten Fahrrädern zur Coleman-Kaserne auf. Der mit Stacheldraht bewehrte Kasernenzaun wurde mit Transparenten entmilitarisiert: Freigabe der Coleman-Kaserne wie von der US-Armee zugesagt. Weitere Redner wandten sich gegen die dort geplante Stationierung von 800 Panzern und gegen die damit beabsichtigte NATO-Osterweiterung

NATO-Osterweiterung wird auch in US-Kasernen in Rheinland-Pfalz betrieben

Trotz Regen und Kälte war die Stimmung unter den mehr als 200 TeilnehmerInnen am Ostermarsch entschlossen und zuversichtlich. Aufmerksam lauschten sie den informativen Reden, die mit Markus Pflüger von der DFG-VK Trier begannen. Er zählt die zahlreichen US-Militäreinrichtungen im „Flugzeugträger Rheinland-Pfalz“ auf, deren Kriegsgerät und Soldaten jetzt aufgestockt werden. Der wesentliche Grund dafür ist die NATO-Osterweiterung, die in Form von Manövern und der Standortsuche im Baltikum und Rumänien, Bulgarien aggressive Signale an Moskau sendet. Pflüger kritisierte Deutschland, die EU, die NATO und die USA für ihre militaristische Expansions- und Eskalationspolitik, wies aber auch die hegemoniale Politik Putins zurück. Die Situation in der Ukraine sieht er durch Nationalismus geprägt und erkennt dort außer den Soldaten, die auf beiden Seiten zahlreich desertieren, niemand mit dem man sich dort solidarisiere könne.

"bücherl65" Gewaltfreie Blockade am Atomwaffenstandort Büchel

Bei der Kundgebung wurde auch ein Grußwort von der 65-tägigen gewaltfreien Blockade des Atomwaffenstandortes Büchel verlesen. Dort wo Bundeswehrpiloten den Einsatz von Atombomben trainieren, soll mit gewaltfreier Entschlossenheit der Bundesregierung deutlich gemacht werden, dass man sich für den Abzug dieser Massenvernichtungswaffen einsetzt und deren skandalöse Modernisierung ablehnt. Ulrich Peckolt von der Mannheimer IPPNW-Regionalgruppe verlas die Grußbotschaft und gab bekannt, dass seine Gruppe am 4. und 5. Mai zur Blockade fahren will und MitfahrerInnen sucht, die sich bei ihm melden sollen ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ).

Rüstungsexportverbot ins Grundgesetz

Gökay Akbulut sprach für das Friedensplenum und wies auf den üblen Umgang der „Festung Europa“ mit Flüchtlingen hin. Sie geiselte die deutschen Rüstungsexporte als einen wesentlichen Grund fürKrieg, Flucht und Vertreibung. Als Kurdin berührt sie der Terror des „Islamischen Staates“ nicht nur gegen KurdInnen, sondern auch JessidInnen ganz besonders.

Akbulut ging auf den aktuellen Streit zwischen Bundeswehr und Gewehrhersteller Heckler & Koch ein. Die Bundeswehr bemängelt die unzulängliche Tötungszuverlässigkeit des G36-Gewehrs, was H&K mit dem Hinweis zurückweise, dass das G36 in vielen Ländern sehr begehrt sei. Auch dieses Beispiel zeige, so Akbulut, wie wichtig ein Verbot von Rüstungsexporten im Grundgesetz sei, wie das die Kampagne „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“, fordert, dessen Mitglied das Friedensplenum ist.

Die KurdInnen in Kobane und Rojava, würden, so Akbulut, vom IS auch wegen ihres Selbstverwaltungsmodells besonders bekämpft. Dieses sei nicht nur multireligiös und multiethnisch aufgebaut, sondern auch basisdemokratisch, ökologisch und emanzipatorisch geformt.

Patriot-Raketen erleichtern der Türkei die IS-Unterstützung

Zur Stationierung von Patriot-Raketen an der türkisch-syrischen Grenze sagte Akbulut, dass die Türkei dadurch lange Zeit, die IS-Milizen finanziell, logistisch und personell unterstützen konnte. Der Abzug der Patriot-Raketen sei daher dringend geboten.

Auch Gerhard Fontagnier vom Verein „Mannheim sagt Ja“ thematisierte die Ursachen für Flucht und Vertreibung und sagte: „Wer Kriege befeuert, wer Waffen liefert um Konflikte anzuheizen, der produziert auch Flüchtlinge.“ Mit der Demo von 12.000 Menschen im Januar sei es in Mannheim gelungen, Fremdenhass einzudämmen. In Mannheim hätten die Anhänger von Pegida ihre Aktivitäten eingestellt und sie allerdings in Ludwigshafen umso intensiver zu betreiben. Dort hetze die NPD mit ihrem Mannheimer Nazi-Stadtrat Hehl Hetze gegen Flüchtlinge. Fontagnier forderte von der Stadtverwaltung in Ludwigshafen, ein sinnvolles Programm für Flüchtlingsunterkünfte zu erstellen, um den Rechten den Anlass für ihre Propaganda zu nehmen.

Muslime verurteilen Krieg und Gewalt

Für die Marktplatz-Moschee sprach Bektas Cezik. Er betonte dass die Muslime gemäß dem Koran Krieg und Gewalt verurteilten. Er ging auch auf die tödlichen Auswirkungen des Kalten Krieges ein. Weil das Geld für Rüstung verschwendet worden sei statt für die Entwicklungshilfe, seien die Millionen Hungertode zu beklagen. Cezik sprach sich dafür aus, Friedenserziehung zu einem Schulfach zu machen und bereits junge Menschen auf die Friedensliebe zu orientieren.

Bei der Demo durch die Breite Straße mussten sich viele mit Schirmen „bewaffnen“, aber es gab noch genug Hände. Sie trugen Schilder, Fahnen und Transparente, die die Passanten mit Wohlwollen zur Kenntnis nahmen. An der Abendakademie angekommen machten sich wie geplant rund 30 RadlerInnen auf den Weg zur Coleman-Kaserne, wo sie mit weiteren DemonstrantInnen zur Abschlusskundgebung zusammentrafen.

Nein zur Panzerstationierung im Mannheimer Norden

Vor dem Kasernentor verdeutlichten rund 50 Menschen, dass sie auf der Freigabe der Kaserne bestehen, nicht nur weil die US-Armee das zugesagt hat, sondern weil man nicht will, dass Mannheim wieder eine Drehscheibe für kommende Kriege wird. Das machte Gregory Rabus vom Friedensplenum deutlich. Er forderte seine Landsleute auf, keine Panzer in der Kaserne zu lagern und sie stattdessen für die im Bürgerbeteiligungsprozess gemachten Vorschläge freizugeben. Er kritisierte die Außenpolitik seines Landes, die der Logik militärischer Macht folge und bei der das Allgemeinwohl der Welt nach den Interessen der USA nur die zweite Geige spiele. Rabus ging auch auf die christliche Bedeutung von Ostern ein und drückte seine Hoffnung aus, dass der Trauer über den Tod und Krieg und Zerstörung, die Auferstehung folge und das Kasernengelände bald eine Stätte neuen Lebens und des Friedens sei.

Eine kämpferisch aufschlussreiche Rede von Hans Schuh vom Bündnis gegen Abschiebungen bildete den Abschluss einer notwendigen und gelungenen Ostermarsch-Aktion. Er wies darauf hin, dass die NATO in zunehmendem Maße weltweit Krieg führt und Deutschland daran beteiligt sei beispielsweise mit dem Angriffskrieg auf Jugoslawien am 24. März 1999. Als Menschenrechtskriege beschönigt handle es in Wahrheit um Interventionskriege zur Sicherung von Rohstoffen und Absatzmärkten. Letzteres sei seit 1992 ausdrücklich in den Verteidigungspolitischen Richtlinien der Bundeswehr so festgeschrieben.

 


Der Aufruf für den Ostermarsch

Die US-Armee will entgegen ihrer Zusage, die Coleman-Kaserne nun doch nicht freigeben. Stattdessen will sie Panzer und anderes Infanterie-Gerät in der 210 Hektar großen Kaserne für den ständigen Einsatz lagern. Diese Maßnahme ist Teil des expansiven sogenannten European Activity Sets mit dem die US-Armee in einem rollierenden Verfahren mehr Soldat*innen trainieren will. Gleichzeitig will sie ihre Präsenz im Baltikum und Osteuropa ausbauen und das Kriegsgerät dann in die neuen Kasernen im Baltikum und in Osteuropa verlagern.

NATO-Osterweiterung schürt den Konflikt in der Ukraine

Statt ein kollektives Sicherheitssystem in Europa aufzubauen, das die Sicherheitsinteressen der baltischen und osteuropäischen Staaten und Russlands gleichberechtigt berücksichtigt, haben die NATO-Staaten, ihren gigantischen Militärapparat gegen Russland ständig ausgedehnt. Das ist ein wesentlicher Faktor für die Krise und den Krieg in der Ukraine.
Mit der Aufrüstung durch das „European Activity Set“ verschlechtert die USA die gespannten Beziehungen den NATO-Staaten und Russland noch mehr und erschwert die friedliche Lösung des Konfliktes in der Ukraine. Die Kriegsgefahr wächst hiermit auf dramatische Weise – und Mannheim wäre unmittelbar betroffen!

„Menschen werden nicht als Flüchtlinge geboren, sie werden dazu gemacht.“

Das war eine zentrale Aussage im Aufruf zur Demonstration „Mannheim sagt JA! Flüchtlinge willkommen!“ für die auch die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und das Friedensplenum Mannheim geworben haben. 12.000 Menschen haben dabei am 17. Januar 2015 klar gegen Fremdenfeindlichkeit und gegen Hass Flagge gezeigt und sich für die Beseitigung von Fluchtursachen eingesetzt.
Die Unterstützung und Aufnahme von Flüchtlingen ist eine wirkliche humanitäre Hilfe und nicht die Lieferung von Waffen in Krisen- und Kriegsgebiete in der ganzen Welt., Die „Guten“ von heute sind die „Bösen“ von morgen und jede Waffe findet ihren Krieg. Waffenvernichtung statt Waffenlieferungen sind das Gebot der Stunde. Die Vernichtung der syrischen Chemie-Waffen zeigt, dass es tatsächlich möglich ist, Verhandlungslösungen zu erreichen.

Grenzen öffnen für Menschen. Grenzen schließen für Waffen.

Wir brauchen keine Erhöhung der Rüstungsausgaben, wir brauchen Ressourcen für die menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen und für die Schaffung von friedlichen und lebenswerten Bedingungen, die in den Herkunftsländern benötigt werden.
Keine Konflikte, die vorgeblich militärisch gelöst worden sind, haben zu einer wirklichen Befriedung geführt. Das gilt für Afghanistan, für den Irak, Syrien, Israel/Palästina und für viele andere Konfliktherde auf dieser Welt. Aktuell gilt dies für die Ukraine und den Konflikt mit Russland.

Stadt, Land und der Bund sollen sich für die zugesagte Freigabe der Coleman-Kaserne einsetzen. Wir brauchen das Gelände für eine gute Stadtentwicklung und nicht als Waffenlager.

• Konflikte müssen mit politischen Mitteln gelöst werden.
• Für zivile Konfliktbearbeitung und Anwendung des Völkerrechts.
• Für den Stopp des Waffenhandels und der Entwicklung neuer Waffensysteme.
• Bundeswehr abbauen statt deren weiteren Ausbau zur Interventionsarmee.
• NATO und Militärapparate abrüsten, UNO für die friedliche Konfliktbearbeitung stärken.

Veranstalter
Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und Friedensplenum

Redebeiträge (Änderungen vorbehalten)

Kundgebung Paradeplatz

  • Markus Pflüger, DFG-VK Trier
  • Gökay Akbulut, Friedensplenum Mannheim
  • Gerhard Fontagnier, Mannheim sagt Ja! e.V.
  • Bektas Cezik, Marktplatz Moschee

Redebeiträge Kundgebung Coleman-Kaserne

  • Gregory Rabus, Friedensplenum Mannheim
  • Hans Schuh, Bündnis gegen Abschiebungen

Musikalische Beiträge (Änderungen vorbehalten)

Blandin Bonjour

Route des Fahrradkorsos

U1 – Kurpfalzkreisel – Kurpfalzbrücke – Brückenstraße - Waldhofstraße - Luzenbergstraße - Schienenstraße – K 9754 Sonderburger Straße - Memeler Straße - Kattowitzer Zeile - Lilienthalstraße - Königsberger Allee – Viernheimer Weg – Coleman-Kaserne Haupteingang

Anfahrt zur Coleman-Kaserne mit ÖPNV

Straßenbahn Linie 1 bis "Schönau Endstelle" (= Endstation) Fahrtdauer vom Paradeplatz 20 Minuten, Abfahrt von dort im 10-Minuten-Takt. Von der Endstation ca. 1,5 km gehen (ca. 20 Minuten).An der Haltestelle aus zur Lilienthalstraße gehen, dort rechts bis zur Kreuzung mit der Königsberger Allee (kurz nach der Tankstelle), dort rechts gehen und immer geradeaus unter der Autobahnbrücke durch. Links sieht man dann schon die Kaserne und auch bald den Haupteingang.

Anfahrt mit dem Auto

Im Navi "Mannheim, Tilsiter Str. 2" eingeben. Wenn man auf der Königsberger Allee ist, sieht man vor sich die Autobahnbrücke und links ein Kleingartengelände, vor welchem man parken kann. Von dort aus unter der Autobahnbrücke durchgehen bis ca. 300 Meter der Coleman-Haupteingang kommt.

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Reden

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Beim Audioportal freie-radios.net nachhören oder runterladen (Anfangsmusik abwarten)

Medienberichte

Vor dem OM

Zeitungen

"Mannheim Drehscheibe für US-Armee", Rheinpfalz 2.4.15

Ostermarsch: Kundgebung auch am Coleman-Tor
Friedlicher Fahrrad-Korso gegen Krieg und Gewalt, Mannheimer Morgen (MM), 2.4.15

Nach dem OM

Mannheim (mit Fotostrecke):
Ostermarsch: Im Regen für den Frieden, MM 4.4.15

Für Frieden und Abrüsten, Sonntag aktuell, 5.4.15 (und MM online)

Mit Schirm, Schal und einer Meinung, Rheinpfalz 7.4.15

Fernsehen

Ostermärsche - Friedensaktivisten trotzen dem Regen
Landesschau aktuell Baden-Württemberg 4.4.2015 | 18.00 Uhr | 1:25 min

Ostermärsche im Südwesten
Friedensaktivisten gehen nochmal auf die Straße

1:35 min | 6.4. | 19.45 Uhr | Landesschau aktuell Rheinland-Pfalz | SWR Fernsehen in Rheinland-Pfalz