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26 | 07 | 2017
Ostermarsch-Aktion 2014 in Mannheim PDF Drucken
Montag, den 31. März 2014 um 20:33 Uhr

Ostermarsch-Mannheim-2014-Plakat100 Jahre Erster Weltkrieg, 75 Jahre Zweiter Weltkrieg,
15 Jahre Kriegseinsätze der Bundeswehr:

Sagt Nein zu Krieg!

Mehr als 200 Leute beteiligten sich am 19. April 2014 an der Ostermarsch-Kundgebung und -Demo in Mannheim.


Ermutigender Ostermarsch mit großer Resonanz

Ostermarschbericht der Tagesschau

Pfarrerin Anne Ressel redet beim Ostermarsch 2014 in MA; Foto: Thair Al-Hayali

Der SWR interviewt Thomas Trüper beim Ostermarsch 2014 in MA; Foto: Thair Al-Hayali

Junge mit DFG-VK-Fahne beim Ostermarsch 2014 in MA; Foto: Thair Al-Hayali

Schildercollage Stopp den Waffenhandel; Foto: Thair Al-Hayali

Eine Frau hält ein Schild

 

Ostermarsch-Mannheim-2014-Plakat

Thomas Trüper wies in seiner Rede darauf hin, dass die Ostermarsch-Aktionen ursprünglich der Verhinderung des atomaren Wettrüstens gegolten habe. Mit Verweis auf die Modernisierung US-amerikanischen Atombomben und der Atomraketentests in Russland verdeutlichte er, dass die Ostermärsche auch heute immer noch notwendig seien. Die in der Ukraine in den Zeiten der Sowjetunion gelagerten Atombomben seien zwar abgezogen, aber es gebe dort Atomkraftwerke, die ein Konfliktpotenzial bergen würden und zur Atombombenproduktion genutzt werden könnten.

Ukraine-Konflikt lässt sich nur friedlich lösen

An der Ukraine ziehen und zerren sowohl Russland wie auch der Westen mittels entsprechender Maßnahmen (beispielsweise Aufbau des US-Raketenschirms in Polen). Statt der damit in Kauf genommenen Eskalation erinnerte Trüper an, die von der Friedensbewegung geforderten Alternativen.

  • „Stopp sämtlicher immer noch laufender Rüstungsexporte aus dem EU-Raum nach Russland und in die Ukraine.
  • Stopp des Aufbaus des sog. Raketenschirms in Europa, der von Russland nur als Bedrohung betrachtet werden kann.
  • Die NATO soll die Sicherheitsinteressen der Russischen Föderation genauso ernstnehmen wie die der Ukraine. Die Bündnisfreiheit der Ukraine ist von allen Konfliktparteien zu akzeptieren.
  • Keine Beteiligung rechtsextremer und faschistischer Kräfte an ukrainischen Regierungen.
  • Von Politik und Medien verlangen wir rhetorische Abrüstung.“

In zweiten Teil seiner Ausführung ging Trüper auf Bundespräsident Gaucks „grüblerische daherkommende“ Rede im Januar auf der Münchner Sicherheitskonferenz ein.

„Verantwortung übernehmen“ sprachlicher Tarnanzug für Militäreinsätze

Gauck – wie auch Minister Steinmeier und Ministerin von der Leyen - hatten geforderte, dass Deutschland mehr „Verantwortung in der Welt“ übernehmen müsse und hatten sich für das „Konzept der Schutzverantwortung“ ausgesprochen. Trüper wies die von Gauck und den Ministern geforderten Militär- und Bundeswehreinsätze zurück, weil diese eine verherende Bilanz aufwiesen. Dieses „Konzept „hat in den letzten 20 Jahren Millionen Kriegs- und Terrortote hervorgebracht. Es hat weder im Irak noch in Afghanistan, weder in Somalia noch in Libyen noch in Syrien Frieden gebracht und es hat den vier erstgenannten Ländern kein bisschen Demokratie gebracht, sondern die dortigen zentralen Despotien durch Despotien einzelner Kriegsherren ersetzt, Chaos verbreitet und vorhandene Infrastrukturen zerstört. Für Syrien besteht noch ein Hauch von Hoffnung, durch Verhandlung mit ALLEN Beteiligten diesen grausamen Bürger- und Stellvertreterkrieg zu beenden. Der Stopp sämtlicher Waffenlieferungen an egal welche Seite ist eine Grundvoraussetzung dafür.“

Für Trüper ist das Konzept der Schutzverantwortung zutiefst verlogen, angesichts der Tatsache, dass Deutschland ist weltweit drittgrößter Rüstungsexporteur sei und die meisten Konfliktparteien mit Waffen beliefere. Abschließend wies er auf die Tausenden von Flüchtlingen hin, die beim Versuch sich in die EU zu retten, abgehalten durch Grenzbefestigungen und FRONTEX erbärmlich ertrinken. Für diese Menschen endlich Verantwortung und Schutz zu übernehmen, forderte Trüper von Gauck und der Regierung. Abschließend empfahl Trüper mit Blick auf die Europawahl am 25. Mai, die Positionen der Friedensbewegung einzubringen.

Großes Interesse für den bunten Zug

Die Ostermarschierer fanden beim Zug durch die Planken großes Interesse bei den Passanten. Das war einerseits den Fahnen, Schildern und dem zehn Meter langen Transparent ohne Worte über die Schrecken der Waffen geschuldet, wie auch der Tatsache, dass ein Trommler für akustische Aufmerksamkeit sorgte.
In einer Zeit der anhaltenden Eskalationsgefahr aufgrund auch der Ukraine-Krise erwies sich der Ostermarsch in Mannheim und vielen anderen Städten als dringend notwendig. Es ist erfreulich, dass die Aktion auch in den Medien aufgegriffen wurde und noch erfreulicher, dass sich Menschen gemeldet haben, die sich auch in Zukunft bei den Aktivitäten von DFG-VK und Friedensplenum einbringen wollen.

Medienresonanz und mehr Info

Der SWR berichtete in der Landesschau und auch im SWR-Radio. In der tagesschau brachte das Erste auch Bilder von unserer Demo in Mannheim.

Der Mannheimer Morgen berichtete über die Aktion am 22.04.2014 unter der Überschrift "Verhandeln ist besser als schießen" und zitiert Thomas Trüper mehrmals. Schade, dass Pfarrerin Anne Ressel nicht mal erwähnt wird.

Wir danken Thair Al-Hayali für seine tollen Fotos, von denen wir hier einige veröffentlichen. Weitere Fotos hat er in Facebook eingestellt.


Plakat und Aufruf zum Ostermarsch 2014

Am 1. August 1914 erklärte das Deutsche Reich Russland den Krieg und am 3. August Frankreich. Damit machte es aus dem Lokalkrieg Österreich-Ungarns gegen Serbien den ersten „modernen Krieg“, wie das kontinentale Massenschlachten heute gerne genannt wird.

17 Millionen Menschen fanden den Tod.

Am 1. September 1939 überfiel die deutsche Wehrmacht Polen und begann damit den Zweiten Weltkrieg, der sich schließlich fast über den gesamten Globus zog. Am Ende waren 60 Millionen Tote zu beklagen.

Leider ist der von Carl von Clausewitz überlieferte Grundsatz „Der Krieg ist nichts anderes als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln“ auch nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zur Wirklichkeit geworden. Am 24. März 1999 erklärte Kanzler Schröder „Wir führen keinen Krieg“. An diesem Tag hatten deutsche Soldaten im Rahmen eines völkerrechtswidrigen Krieges der NATO gegen Jugoslawien damit begonnen, Belgrad zu bombardieren. Zum ersten Mal führte die Bundeswehr, die offiziell als reine Verteidigungsarmee gegründet worden war, wieder Krieg. Damit wurde der nach dem Zweiten Weltkrieg geltende Konsens „Nie wieder Krieg von deutschem Boden“ gebrochen.

Heute bezeichnet sich die Bundeswehr selbst als „Armee im Einsatz“. Sie führt Krieg in Afghanistan, sie steht unter Waffen in der Türkei, am Horn von Afrika, vor der libanesischen Küste, im Sudan, im Kongo und in Mali. In Afghanistan verübte sie das Massaker von Kundus, mit 142 Toten.

Als drittgrößter Waffenlieferant exportiert die deutsche Wirtschaft mit der Zustimmung der Bundesregierung Gewehre und Panzer weltweit sowie Milan-Raketen zur Kriegseskalation nach Syrien. In vielen Ländern werden deutsche Waffen von beiden Kriegsparteien eingesetzt.

Damit nicht genug: Auf der Münchner „Sicherheitskonferenz“ forderten Außenminister Steinmeier, Bundeswehrministerin von der Leyen und Bundespräsident Gauck übereinstimmend ein Ende der „Zurück-haltung“ bei Militäreinsätzen und noch mehr militärisches Engagement.

Die Bundeswehr wirbt entgegen der Friedensverpflichtungen von Grundgesetz und Länderverfassungen auf öffentlichen Plätzen, auf Messen, in Jobcentern, an Schulen, Universitäten und in der Lehrerbildung für eine Politik der Kriege und Militäreinsätze und um Nachwuchs für das Militär.

Bezüglich der Ukraine kritisiert die Friedensbewegung das völkerrechtswidrige Vorgehen Russlands, wozu das Referendum auf der Krim gehört, ebenso wie die destruktive Politik des Westens.

An den Westen gewandt erneuern wir die Kritik, dass die Einbindung der Ukraine in die westlichen Bündnisse sowie die finanzielle Förderung einer äußerst zweifelhaften Putsch-Regierung destruktive und verschärfende Elemente der Krise sind. Das geplante Assoziierungsabkommen mit der EU würde den Konflikt verschärfen und ist daher der falsche Weg.

Ohne Verhandlungen, die auch die Position der anderen Seite berücksichtigen, sind keine Lösung oder wenigstens Prozesse hin zur Lösung möglich. Die Geschichte lehrt, dass das Selbstbestimmungsrecht von Völkern oder Regionen nur in einem konsensualen Prozess aller Beteiligten erfüllt werden kann.

Rüstung, Rüstungsexporte und Militäreinsätze gelten immer noch als Mittel der Politik. Die Bundeswehr wurde zur Interventionsarmee umgebaut, EU-Staaten gehören zu den größten Rüstungsexporteuren, statt Abrüstung voranzutreiben stellt die EU sog. „Battle Groups“ für Militäreinsätze auf. Die NATO führte Krieg gegen Jugoslawien und Libyen wird immer weiter ausgebaut und ausgedehnt statt wie der Warschauer Pakt abgerüstet zu werden

Ostermarsch 2014: Frieden statt Krieg! Rüstungsexporte stoppen!

Wir wollen dass die Politik die Lehren aus den Weltkriegen zieht. Deshalb fordern wir eine Kehrtwendung zu machen:

  • Schluss mit Krieg und Militär! Umfassende Abrüstung!
  • Schluss mit Rüstungsproduktion und Rüstungsexport!
  • Ächtung und Beseitigung aller Atom- und anderer Massenvernichtungswaffen!
  • Schulfrei für die Bundeswehr statt Werbung für Kriegseinsätze und stattdessen Friedenserziehung
  • Rüstungsforschung durch Zivilklauseln unterbinden.

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