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20 | 11 | 2017
Ostermarsch Mannheim 2013 PDF Drucken
Sonntag, den 31. März 2013 um 09:56 Uhr

Ostermarsch Mannheim 2013 für Frieden schaffen ohne Waffen

150 Personen bei Ostermarsch-Kundgebung und Demo in Mannheim

120 Unterschriften für das Rüstungsexportverbot gesammelt

Gut 150 Personen sind am 30. März dem Ostermarsch-Aufruf des Friedensplenum Mannheim (FP) gefolgt und haben sich bei kaltem Wetter am Paradeplatz unter dem Motto "Frieden schaffen ohne Waffen" versammelt.

Ostermarsch Mannheim 2013: Eine bunte Demo zieht am 30. März durch die Planken Die Ostermarschierer in Mannheim 2013 demonstrieren für einen Rückzug der Bundeswehr

160 Teilnehmer an Kundgebung und Demo zum Ostermarsch Mannheim 2013 fordern Frieden schaffen ohne Waffen

Anstatt Leopard-Panzer zu exportieren: Legt den Leo an die Kette Ostermarsch Mannheim 2013: Junge und Alte protestieren gemeinsam gegen Waffenhandel Ostermarsch-Teilnehmer in Mannheim: mit der Waffen der Ironie gegen tötende Waffen des Militärs

Umlagerter Infostand

Ein mit Fahnen und Transparenten geschmückter Info-Stand machte den Vorübergehenden deutlich, dass sich hier die Friedensbewegung für das Ende des Waffenhandels engagiert. Ein zehn Meter breites Riesentransparent machte mit Bildsymbolen und ohne Wort klar, was  Waffen anrichten und wer die Opfer von militärisch "gelösten" Konflikten sind. Die am Infostand ausgelegten Hintergrundinformationen stießen auf großes Interesse ebenso wie die Aufkleber und Anstecker oder die bunte Pace-Fahne, die immer noch ihre Abnehmer findet.

Zu den inzwischen über 1000 vom FP gesammelten Unterschriften für das Rüstungsexportverbot im Grundgesetz sind an diesem Samstag noch einmal 120 weitere Unterzeichner dazu gekommen. Offensichtlich hatte sich die Informationsverbreitung im Vorfeld der Veranstaltung gelohnt, denn viele, die unterschrieben, wussten bereits, dass Unterschriften gesammelt wurden.

7000 Bewaffnete in Auslandseinsätzen - 17 Milliarden Euro allein für das Afghanistan-Abenteuer

Nach der Begrüßung durch Hedi Sauer-Gürth vom FP sprach Mathias Kohler, ebenfalls vom FP. In seiner Rede wies er auf das Ausmaß und die Kosten der Bundeswehr-Einsätze hin: "Die Bundeswehr, die angeblich nur zum Zwecke der Landesverteidigung gegründet worden war, befindet sich zur Zeit mit 7.000 Männern und Frauen in Einsätzen in Afghanistan, im Kosovo, am Horn von Afrika, vor der Küste Libanons, in der Türkei, in Mali bzw. Senegal, in Uganda, im Sudan, im Süd-Sudan und im Kongo. Die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben allein im Jahr 2011 rund 1,48 Milliarden Euro und damit 74 Millionen mehr als geplant gekostet. Die ersten zehn Jahre des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr haben nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) 17 Milliarden Euro gekostet. Das war dreimal so viel wie die von der Bundesregierung offiziell veranschlagt worden war."

Mathias Kohler machte deutlich, dass Konflikte nicht mit Waffen gelöst werden können und dadurch nur neue Probleme verursacht werden. Er forderte als Alternative zivile Konfliktbearbeitung und nichtmilitärische Strategien.

Rüstungsexportverbot ins Grundgesetz

Mathias Kohler erinnerte daran, dass "alleine durch Gewehre und Pistolen der baden-württembergischen Waffenschmiede Heckler & Koch nach dem Zweiten Weltkrieg weit mehr als eine Million Menschen ihr Leben verloren haben." Die ständige Ausweitung der Rüstungsexporte selbst an schlimmste Regime wie etwa Saudi-Arabien kritisierte Kohler ebenfalls und bezeichnete es als Hohn, wenn von der Regierung behauptet wird, bei Waffenexporten spielten Menschenrechte und die Nichtweitergabe von Waffen eine besondere Rolle.

Eine eindeutige Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland ist gegen Rüstungsexporte, das erwähnte Mathias Kohler als einen weiteren Grund dafür, ein Verbot von Rüstungsexporten in den Grundgesetzartikel 26(2) aufzunehmen.

Keine Waffen an die Kriegsparteien in Syrien

Mathias Kohler erinnerte daran, dass in dem von beiden Seiten brutal geführten Bürgerkrieg in Syrien bereits über 70.000 Menschen umgebracht wurden. Und er kritisierte: "Statt friedlicher Vermittlung arbeitet die westliche Staatengemeinschaft offenkundig auf einen militärischen Sturz der Regierung hin. Regierungsgegner werden von den religiös-fundamentalistischen Golfmonarchien mit Waffen und dschihadistischen Kämpfern versorgt und von den Staaten des Westens politisch und mit militärischer Infrastruktur unterstützt. Die türkische Armee steht an der syrischen Grenze zum militärischen Eingreifen bereit - unterstützt von der Nato und der Bundeswehr."

Keine Bundeswehr nahe der Grenze zu Syrien

Die Bundesregierung sollte sich stattdessen als Vermittler für eine politische Lösung engagieren und die Aufnahme der Kriegsflüchtlinge aus Syrien auch in Deutschland zu erleichtern. Die Flüchtlinge "brauchen keine Waffen, sie brauchen Zelte, Essen und medizinische Versorgung. Täglich fliehen zwischen 5.000 und 10.000 Menschen aus Syrien in die Nachbarstaaten. Da sind die 5.000 Flüchtlinge, die die Bundesregierung jetzt endlich aufnehmen will, ein kleiner Tropfen auf einem sehr heißen Stein. Während des Kosovokrieges fanden allein in Deutschland 170.000 Kriegsflüchtlinge Zuflucht. 20.000 davon wurden sogar mit einer Luftbrücke nach Deutschland evakuiert. In ähnlicher Weise sollte den Kriegsopfern in Syrien geholfen werden. Zur Finanzierung kann man die 25 Millionen Euro verwenden, die der Patriot-Raketeneinsatz der Bundeswehr in der Türkei kostet."

"Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt"

Nach der Kundgebung zogen die Teilnehmer in einem bunten Zug zum Wasserturm und zum Paradeplatz zurück. Vorneweg wurde eine Panzerattrappe gezogen. Diese und eine Trommlerin weckten das Interesse der Passanten. So war es für die Flugblattverteiler  leichter, 500 Flyer zu verteilen und das Anliegen des Ostermarsches deutlich zu machen. Passend zu den Aussagen in der Rede riefen Demonstranten die treffende Parole "Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt". In einem ersten Fazii waren sich die Veranstalter einig, dass der Ostermarsch eine gelungene Aktion war und viele ermutigt hat, sich an den bereits geplanten weiteren Veranstaltungen zu beteiligen.

Hintergrundinfo

Flyer zum Ostermarsch
Rede von Mathias Kohler
Netzwerk Friedenskooperative: bundesweiter Ostermarsch-Überblick: Medienecho, RednerInnen, Veranstaltungen
SWR-Fernsehbericht Ostermarsch in Stuttgart
Friedensplenum Mannheim in Facebook

Anstehende Aktivitäten des Friedensplenums