Start Atomwaffen abschaffen Pacemakers Radmarathon für atomare Abrüstung 2015
23 | 06 | 2017
Pacemakers Radmarathon für atomare Abrüstung 2015 PDF Drucken
Dienstag, den 14. Juli 2015 um 20:44 Uhr

Abstrampeln für atomare Abrüstung

Redner des Friedensplenums Mannheim begrüßt den Pacemakers Radmarathon 2015 für atomare Abrüstung

Pacemakers-Radmarathon für atomare Abrüstung

Empfang des Pacemakers-Radmarathons für atomare Abrüstung 2015


150 Abrüstungs-Radlerinnen und Radler in Mannheim empfangen

Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb und Gregory Rabus vom Friedensplenum Mannheim würdigen in ihren Reden die sportliche Leistung der SportlerInnen und deren Einsatz für Frieden und Abrüstung.

Redner des Friedensplenums Mannheim begrüßt den Pacemakers Radmarathon 2015 für atomare Abrüstung

Gregory Rabus begrüßte die Radlerinnen und Radler im Namen des Friedensplenums Mannheim und begann mit einem Zitat des Philosophen Karl Jasper: Der Frieden beginnt im eigenen Haus. Er knüpfte an der Doppeldeutigkeit dieser Aussage an und unterstrich, wie wichtig es ist, Frieden als eine innere Einstellung zu praktizieren. Das Zitat drücke aber auch aus, dass es auf die Verantwortung ankomme. Für Gregory Rabus heißt das: „Wenn wir Frieden wollen, dann müssen wir uns für den Frieden einsetzen, und zwar am besten vor der eigenen Haustür.“

Ramstein und der US-amerikanische Drohnenkrieg

Rabus erinnerte an den Atomwaffenstandort Büchel, wo noch immer Atomwaffen gelagert sind. Statt sie abzuschaffen, sollen sie sogar noch modernisiert werden. „In den letzten fünf Jahren ist die US-Militärbasis Ramstein zu einem unverzichtbaren Knotenpunkt des von den US geführten Bürgermeisterin Freundlieb beim Pacemakers-Empfang am  1.8.2015 in MannheimDrohnenkriegs im Nahen Osten und Asien geworden“, fügte er hinzu. Dann ging er auf eine Mannheimer Besonderheit ein: Die 227 Hektar große Coleman-Kaserne (fünf Mal die Größe des Luisenparks). Diese hätte wie bereits andere Kasernen der US-Armee in Mannheim im Februar freigegeben werden sollen. Dann teilte die US-Armee im Zuge der Eskalation des Ukraine-Konflikts jedoch mit, dass sie die Kaserne doch weiter nutzen werde. Auf dem Militärgelände werden die Militärs für absehbare Zeit Panzer und anderes Kriegsgerät lagern. Diese sollen im Rahmen der NATO-Osterweiterung für den Konflikt in Osteuropa einsatzbereit stehen.

Coleman-Kaserne freigeben

„Wir im Friedensplenum sind alarmiert, dass Mannheim zur Drehscheibe für kommende Kriege wird. Wir brauchen das Gelände nicht als Waffenlager, sondern für eine sinnvolle Stadtentwicklung.“ Gab Gregory als aufrüttelnde Botschaft mit auf den Weg und sagte, wie sich Friedensplenum und die DFG-VK Mannheim dagegen wehren. Zum einen durch eine Unterschriftensammlung für die Freigabe der Coleman-Kaserne zum anderen durch Spaziergänge um die Kaserne und zwar an jedem ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr.

Für die Freigabe der Coleman-KaserneSelbstverständlich zollte Gregory den RadlerInnen seinen Respekt für ihr sowohl sportliches wie auch politisches Engagement und wünschte ihnen für den weiteren Weg Energie und Stehvermögen. Sein Schlusssatz lautete. „Gemeinsam setzen wir uns weiter für die humanitäre Lösung von Konflikten ein, für die Verwandlung von Schwertern zu Pflugscharen, für den Frieden zu Hause und in der Welt. Also: Weiter so!“

Bürgermeisterin Dr. Freundlieb und das Engagement anderer Bürgermeister

Die Mannheimer Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb übermittelte den Pacemakers die Grüße vom Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Sie erinnerte daran, dass er seit 2005 einer der Pacemakers-Schirmherren und auch Mitglied der "Mayors for Peace" - der Bürgermeister für den Frieden ist. Die Bürgermeister forderten die verbindliche Vereinbarung eines Zeitplans für die Abschaffung aller Atomwaffen und eine Nuklearwaffenkonvention für eine atomwaffenfreie Welt bis 2020. In Deutschland seien 434 und weltweit rund  6.700 Bürgermeister Mitglieder.

Angesicht des 70. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki hob sie die unermessliche Zerstörungsgewalt von Nuklearwaffen hervor und das Leid, das sie auslösen. Heutige Atomwaffen hätten ein weitaus größeres Zerstörungspotential als jene Atomwaffen, die 1945 über 200.000 Menschen töteten. Trotz zahlreicher Bemühungen zur atomaren Abrüstung gebe es weltweit noch immer etwa 16.000 Atomwaffen und welche weiteren Initiativen es gebe. „Der Radmarathon ist Teil der Kampagne ‚atomwaffenfrei.jetzt‘ sowie des bundesweiten Projekts ‚Hiroshima und Nagasaki mahnen: Unsere Zukunft atomwaffenfrei!‘ - ein Projekt, das sich für den Abzug der letzten in Deutschland stationierten Atomwaffen einsetzt." Die Bürgermeisterin und würdigte den Einsatz der Radsportler als Friedensdemonstranten und sportliche Botschafter für die nukleare Abrüstung und wünschte ihnen gute Fahrt.

DOKUMENTE
Rede von Gregory Rabus

Rede von Bürgermeisterin Ulrike Freundlieb

MEDIENECHO
Pacemakers Radmarathon startet in Bretten - Zeichen für ein atomwaffenfreies Deutschland, SWR-Landesschau, 28.07.2015
Demonstration gegen Atomwaffen
, Mannheimer Morgen, 29.07.2015
Friedensdemo mit Rennrädern, Mannheimer Morgen, 01.08.2015
Schrittmacher für den Weltfrieden, Mannheimer Morgen 03.08.2015
Radsport für den Frieden, Mannheimer Wochenblatt,13.08.2015

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Pacemakers-Radmarathon für atomare Abrüstung

Text zur Bekanntmachung und Werbung für die Aktion

„Fast auf den genau zehn Jahre nach dem ersten Pacemakers-Radmarathon demonstrieren die Radsportler den langen ausdauernden Atem, den wir benötigen, um ein Verbot aller Atomwaffen durchzusetzen“, so Roland Blach, Koordinator der Pacemakers und Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Baden-Württemberg. Blach weiter: „Ein atomares Inferno wie 1945 ist heute so wahrscheinlich wie seit dreißig Jahren nicht mehr. Die Weltuntergangsuhr wurde am 22. Januar 2015 auf 3 Minuten vor 12 vorgestellt. Nur ein umfassender völkerrechtlicher Vertrag zur Abschaffung aller Atomwaffen hilft weiteres Leid zu vermeiden“.

„Der Pacemakers Marathon ist wie die jüngst stattgefundene BerlinTour eine weltweit einmalige Verbindung zwischen der Friedensbewegung, dem Radsport und den Mayors for Peace“ freut sich Blach. In den Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden) engagieren sich weltweit über 6.600 Bürgermeister für eine atomwaffenfreie Welt, darunter allein über 430 in Deutschland.

In Mannheim kümern sich die DFG-VK Mannheim-Ludwigshafen und das Friedensplenum Mannheim zusammen mit der Stadtverwaltung um die lokale Organisation und die Verpflegung. Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz ist Schirmherr des Radmarathons gemeinsam mit den Oberbürgermeistern Wolff (Bretten), Dr. Würzner (Heidelberg), Dr. Weichel (Kaiserslautern) und Löffler (Neustadt) sowie der Radsportpräsident aus Rheinland-Pfalz, Rudolf.

Bürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb und Gregory Rabus vom Friedensplenum Mannheim werden die Radlerinnen und Radler begrüßen.