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24 | 04 | 2017
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Samstag, den 20. Juni 2015 um 13:00 Uhr

Soldaten-Ding-Flyer-Bild

DFG-VK und Friedensplenum betreten Neuland

Das Soldaten-Ding

Schülerinnen und Schüler einer Kooperationsklasse der Kerschensteiner Gemeinschaftsschule in Mannheim-Schönau haben sich in einem Mix aus Videos und Live-Performance mit dem Thema "Soldaten" auseinandergesetzt. Entstanden ist diese Performance unter der Regie von zeitraumexit im Jungbusch. zeitraumexit ist ein Künstlerhaus, das den verschiedensten Ausdrucksformen der bildende und darstellenden Kunst spartenübergreifend und diese kombinierend (Tanz, Theater, Fotografie, Video, Installation, Performance-Kunst) Platz und Raum eröffnet. Auf Initiative von zeitraumexit haben DFG-VK und Friedensplenum Mannheim in das Stück antimilitaristisch-pazifistische Sichtweisen eingebracht.
Die Resonanz des Publikums in drei Aufführungen zeigte, dass friedenspolitische Forderungen wie das Rüstungsexportverbot und (atomare) Abrüstung auch auf ungewöhnliche Weise vermittelt werden kann.

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Professionelle Kunst in Kombination mit Können von Laien

Die Eindringlichkeit und die überzeugende Lebendigkeit der Performance ist in erster Linie den Schülerinnen und Schüern zu verdanken. Als Darsteller in Video-Sequenzen gemischt mit Szenen auf der Bühne gelang es ihnen sehr gut, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie beklemmend das Soldat-Sein und seine Funktion ist. Die Schülerinnen und Schüler wuchsen über sich hinaus, weil es für sie keineswegs selbstverständlich ist, sich vor Zuschauern zu präsentieren.

Positionierung für den Frieden

In einer Szene der Performance wurde das Publikum aufgefordert, auf einer Linie mit den Endpolen Krieg und Frieden selbst Position zu beziehen. Ein "Moderator" versuchte verschiedene Formen von Krieg als gerechtfertigt darzustellen und ging von einer Gleichverteilung auf der Linie aus. Tatsächlich bezogen viele eindeutig die Friedens-Position. Als der Moderator einzelne Zuschauer fragte, weshalb sie sich an denn auf diese Position gestellt hätten, gab es etliche klare pazifistische Aussagen, die das Gegenteil von Bundeswehreinsätzen und Aufrüstung darstellen.

Leblose Spielzeugsoldaten lösen starke Gefühle aus

Wie die eindrucksvollen Videos von Silvia Szabo die Performance belebten, wurde anhand von Spielzeugsoldaten und Kriegsspielzeug deutlich. Die Kamera fuhr ein Regal entlang, in welchem Soldatenfiguren aufgereiht waren. Was dem Betrachter vielleicht nicht aufgefallen wäre, wurde gerade in der extremen Nahaufnahme besonders augenscheinlich: Die fröhliches Minen der Spielzeugsoldaten. So wurde aufgenscheinlich auf welch alltägliche Weise Militär als etwas Schönes ud Positives dargestellt wird.

Echo in den Medien

Der Mannheimer Morgen hat die Performance in zwei Ausgaben mit je einem kurzen Artikel angekündigt und am Montag eine Besprechung veröffentlicht. Die Überschrift "Und wo steht ihr eigentlich?" bezog sich auf die Szene mit dem Positionieren, hätte die aktuelle Frage angesichts zahlreicher (Auf-)Rüstungs- und Eskalationsaktivitäten nicht besser stellen können.

Der Flyer beschreibt das Stück so

„Wenn ich zwei Leben hätte, würde ich einmal in den Krieg ziehen und einmal nicht.“
Was gehört alles zu diesem „Soldaten-Ding“? Ist Soldat sein ein Beruf, ein Lohnerwerb, bei dem man sein Leben aufs Spiel setzt? Oder vielmehr eine Berufung,  mit Stolz und Ehre sein Land zu verteidigen? Welche Rolle spielt der Frieden und welche vielleicht auch die Abenteuerlust?

Flyer Soldaten-Ding (zweiseitiges PDF, DIN A6)

http://www.zeitraumexit.de/programm/das-soldaten-ding