Start Aktionen andere Aktionen Kungebung zum Abschluss von PAXX - Peace Action Trainings
28 | 05 | 2017
Kungebung zum Abschluss von PAXX - Peace Action Trainings PDF Drucken
Freitag, den 29. Oktober 2010 um 07:21 Uhr

Straßentheaterszene PAXX-Abschlusskungebung, Mannheim 1.11.10Großpuppen als sichtbarer Ausdruck für neuen Schwung durch aufbauende Aktionskonferenz-Tage

Zwei Meter hohe Großpuppen und Straßentheaterszenen zeigten, dass die rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der viertägigen PAXX - Peace Action Trainings in den Workshops erfolgreich neue Formen gefunden haben, Abrüstung und Frieden wieder stärker in die öffentliche Debatte zu bringen. Das ist dringend nötig, angesichts der Tatsache, dass Deutschland Europameister im Rüstungsexport ist und auch die Bundeswehr selbst permanent teurere und tödlichere Waffen beschafft. Während die Bundeswehr ihre Auslandseinsätze und Werbefeldzüge verstärkt, kommt  die atomare Abrüstung kaum voran und immer noch lagern Atomsprengköpfe im Fliegerhorst Büchel in der Eifel in Rheinland-Pfalz. Darüber wurde in den Themen-Workshops intensiv informiert und diskutiert. Ausgelassen Party feiern und beim Lachworkshop Tränen lachen lässt sich sehr gut mit inhaltlicher Arbeit verbinden: In den Workshops beschäftigte man sich unterstützt durch kompetente Referentinnen wie z. B. Regina Hagen oder Lisa Schindler und Referenten wie etwa Prof. Andreas Buro und Roland Vogt mit aktuellen Fragen. Wie Konflikte gewaltfrei ohne Blutvergießen bearbeitet werden können, war dabei ebenso ein Thema wie die Konversion von Militärflächen. Untersucht wurde auch die Frage, wie es der BürgerInnen-Bewegung FREIe-HEIDe in Brandenburg gelungen ist, dass die Bundeswehr auf den Bombenabwurfplatz verzichten musste.

Auch wenn die Bundeswehr anders als die US-Armee in Mannheim keine Kasernen mehr betreibt, ist sie dennoch mit einer wichtigen Einrichtung hier vertreten: der Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik. Als "Dialogforum" zwischen Streitkräften, Rüstungsbeschaffungsbürokratie, Rüstungsindustrie und Forschung sorgt sie dafür, dass die Waffenentwicklung unablässig voran getrieben wird und passende Bedrohungsszenarien in die Medien gepuscht werden. Welche Rolle dabei die Bundesakademie spielt, schilderte Jürgen Grässlin in seiner Kundgebungsrede. Anhand von plastischen Beispielen verdeutlichte er, was es für die Menschen in anderen Ländern bedeutet, dass Deutschland nach USA und Russland der drittgrößte Rüstungslieferant geworden ist: tausendfachen Tod, Verstümmelung und unendliches Leid.

J. Grässlins Rede als PDF-Dokument herunterladen

Positives Medieninteresse an PAXX

Mehrere Print- und Online-Medien berichteten über PAXX.


Mannheimer Morgen 2.11.2010

Friedensbewegung: Neue Ideen bei Konferenz in Neckarau

Puppen als Hingucker

Weiterentwicklung, frischer Wind, neue Wege - das waren die Schlagworte, die in den vergangenen Tagen richtungsweisend sein sollten. Knapp 60 Teilnehmer der Friedensbewegung hatten sich zu einer viertägigen Konferenz im Neckarauer Volkshaus getroffen, um Akzente zu setzen und Impulse zu sammeln. Die Akteure, die aus der ganzen Bundesrepublik in die Quadratestadt gereist waren, kamen mit vielen Ideen und großer Motivation zusammen. "Wir haben festgestellt, dass wir mit kleinen Aktionen vermutlich viel mehr erreichen können als mit Massenprotesten", stellte Roland Blach, Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft, eine der gewonnenen Erkenntnisse vor. In den vier Tagen habe man viele Straßenproteste vorbereitet, betonte er, wies am Rande einer kleinen Friedensdemo am Technoseum auf die gut drei Meter großen, selbst gebastelten Puppen mit als Füller getarnten Pappgewehren hin.

"Das sind doch Hingucker", freute sich Blach über die auf der Konferenz entstandene Eigenkreation: "Wir nennen sie ,Schreibtischtöter', meinen damit die Politiker, die nur am Schreibtisch sitzen, Verträge mit der Rüstungsindustrie unterzeichnen und Soldaten nach Afghanistan schicken." Aber warum trifft sich die Friedensbewegung dafür ausgerechnet in Mannheim - nicht in Berlin, an der politischen Front? "Mannheim ist das beste Beispiel für Vertuschung", erklärt Blach und hat auch gleich einen Flyer zum Thema parat. "Bildungscampus" - dieses Wort klinge doch eigentlich gut, vielversprechend, sogar zukunftsweisend, betont er: "Dahinter steckt aber die Bundeswehr mit ihrer Akademie, der Verwaltung und der Verwaltungsschule in Neuostheim. Heißt: Hier werden Soldaten ausgebildet und für ihre Auslandseinsätze vorbereitet." Zahlreiche "Schreibtischtöter" seien also vor Ort, nicht aus Pappe, sondern leibhaftig und ohne dass es jemand merkt. abo


RheinNeckarWeb 2.11.2010

Friedensbewegung debattiert in Mannheim über neue Protestformen

Die Ostermärsche sind in die Jahre gekommen. Der Protest für Frieden und Abrüstung sucht neue Ausdrucksformen. Am verlängerten Wochenende trafen sich die Aktivisten der Deutschen Friedensgesellschaft daher in Mannheim zur viertägigen Aktionskonferenz "Paxx - Peace Action Trainings", um über das aktuelle Handwerkszeug der Friedensbewegten zu informieren.

Vom Rebell Clown über zivilen Ungehorsam und Straßentheater bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit kam dabei alles zur Sprache. "Das ist unser erstes Peace Action Training. Wir versuchen hier außerdem die Vernetzung von verschiedenen Aktionen. Schließlich gibt es die Friedensbewegung noch, aber es sind häufig Einzelpersonen, die von bereits bestehenden Aktivitäten oft nichts wissen", erklärte Roland Blach, einer der Organisatoren, Sinn und Zweck der Veranstaltung. Man wolle "die Betroffenheit" also wieder bündeln. Eine Fortsetzung von Paxx sei dafür durchaus denkbar.

Die rund 70 Teilnehmer, die sich im Volkshaus Neckarau über moderne Protestformen informierten und sich in Gesprächen austauschten, kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Abschluss der Konferenz war am Montag ein Aktionstag unter dem Motto "Statt Kriege verwalten - Gewaltfrei Leben gestalten!" auf dem Friedensplatz.

Gegen "Schreibtisch-Töter"

Mannheim sei nicht nur auf Grund der verkehrsgünstigen Lage und der guten bestehenden Strukturen als Versammlungsort ausgewählt worden, sagte Blach. Unter dem "harmlosen Namen" Bildungscampus Mannheim seien in der Stadt schließlich drei Bundeswehreinrichtungen untergebracht, darunter auch die Bundesakademie für Wehrverwaltung als höchste zentrale Bildungseinrichtung für das Führungs- und Fachpersonal, wie Blach betonte. "Wir wollen daher den Begriff 'Schreibtisch-Töter' aufgreifen."

Darüber hinaus ging es bei dem Trainingslager der Friedensaktivisten um den Schritt in "ein neues Zeitalter". Die Bewegung habe zwar nur wenige hauptamtliche Mitarbeiter, aber es gebe wieder viele Menschen, die sich gerne engagieren wollen, sagte Blach. "Wir sind gerade auf dem Weg aus dem Tal heraus." Man wolle aber gar nicht mehr die großen Massenveranstaltungen, sondern mehr Qualität, so der Paxx-Mitorganisator. "Es geht uns vielmehr darum, die Leute stärker zum nachdenken anzuregen und darüber von der gerade wieder entstehenden Protestkultur zu profitieren. Was den neuen Protest angeht, habe die Friedensbewegung aber auch einiges an Erfahrung zu bieten, "die wir weitertragen können", so Blach. Aus diesem Fundus an Aktivitäten aus 60, 70 Jahren könnten alle Bewegungen schöpfen. Mehr kreative und gewaltfreie Proteste seien schließlich ein gemeinsames Ziel. (env)

RheinNeckarWeb – Das Nachrichtenportal für die Metropolregion Rhein-Neckar (von der BASF in Kooperation mit Rheinpfalz Online betriebene Website)


Schwäbische Zeitung online 30.10.2010

Friedensbewegung will jünger werden

Mannheim (dpa/lsw) - Jünger werden, kreativer werden, Protestpotenzial bündeln: Diese Ziele hat sich die Friedensbewegung nach Darstellung ihres Vertreters Roland Blach auf die Fahnen geschrieben. Helfen soll dabei ein viertägiger Kongress in Mannheim, der am Freitag begann. Dabei sollen nicht nur Themen diskutiert, sondern auch praktische Protestformen vermittelt werden - vom politischen Straßentheater über den «Großpuppenbau» bis zu Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, sagte der 41-Jährige der Nachrichtenagentur dpa. Das Ziel sei, sich auszutauschen und zu schauen, wo sich neue Gruppen bilden könnten, die dann gemeinsam auf die Straße gingen.

«Es ist ja nicht so, dass die Friedensbewegung gestorben ist, ganz im Gegenteil», sagte Blach. Zwar sei bekannt, dass sie «nicht gerade zu 80 Prozent aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen besteht. Das war vor 20, 30 und 40 Jahren anders». Er habe aber unter anderem bei den Ostermärschen erlebt, dass «sehr viel Nachwuchs dazugekommen sei». Der bringe neue Ideen wie «flashmobs» (per Internet verabredete Spontantreffen) mit, wisse aber nicht immer genau, wo er sich organisatorisch einbringen könne. Andererseits gebe es viele ältere Mitglieder der Friedensbewegung, die ihr Wissen gerne weitergeben würden, aber nirgends eine geeignete Form fänden. «Und diesen Austausch zu ermöglichen, das ist das Hauptziel.»

Als eine Art Vorbild bezeichnete Blach bestimmte Proteste gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21, bei denen «eine ganze Bandbreite von bürgerlichem, linkem Spektrum» sehr unterschiedliche und kreative Aktionen organisiere. «Und sowas wünsche ich mir auch wieder für die Friedensbewegung», sagte der Geschäftsführer des baden- württembergischen Landesverbandes der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegnerinnen (DFG-VK). Er ist einer der Koordinatoren der «ersten bundesweiten Aktionskonferenz «Peace Action Trainings - PAXX 2010» mit bis zu 70 Teilnehmern.

Dass sich nicht mehr Teilnehmer angemeldet haben, erklärte Blach unter anderem damit, dass für die kommenden Woche ein neuer Castor- Transport mit Atommüll aus Frankreich in Deutschland erwartet wird. «Das hat viele davon abgehalten. Die sagen: Wir gehen lieber zum Castor», erklärte Blach, der nach eigenen Angaben mit seinen 41 Jahren noch zu den jüngeren Teilnehmern der Veranstaltung zählt. Die DFG-VK zählt in Baden-Württemberg nach seinen Angaben etwa 900 Mitglieder.


Mannheimer Morgen 28.10.2010

Veranstaltung: Bundesweite Aktionskonferenz in Neckarau

Um die Friedensbewegung ist es seit vielen Jahren deutlich ruhiger geworden - ein Zustand, den die Aktivisten jetzt in Mannheim ändern wollen. Am Wochenende findet in Neckarau darum eine erste bundesweite Aktionskonferenz statt, mit der sich die Bewegung neu mobilisieren will.
"Die Friedensbewegung hat erkannt, dass sie mit frischem Wind neue Wegegehen muss, wenn sie wieder mehr Menschen für ihr Anliegen mobilisieren möchte", heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Friedensgesellschaft, die die Veranstaltung koordiniert. Von morgen an sollen sich Interessierte im Volkshaus Neckarau damit beschäftigen, wie die Bewegung wieder mit mehr Leben erfüllt werden kann. Auf dem Programm stehen laut Einladung verschiedenste Punkte, darunter auch praktische Tipps für "gewaltfreie Aktionen". "Ziel ist, die Friedensarbeit widerständiger und kreativer zu gestalten, um
insbesondere wieder mehr Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen",so die Initiatoren.
Die Veranstaltung beginnt am Freitagabend im Volkshaus Neckarau, Rheingoldstraße 47, und geht bis Montagnachmittag. Informationen zu Teilnahme, Anmeldung und Terminen gibt es im Internet unter www.paxx-action.net. bro


Neues Deutschland 27.10.2010

Mehr Action! Friedensbewegung will sich verjüngen

(ND). Für das Wochenende lädt die Friedensbewegung zu einer Aktionskonferenz nach Mannheim ein. Die Konferenz PAXX vom 29. Oktober bis 1. November im Volkshaus (Rheingoldstr. 47) richtet sich an Menschen, »die sich mit friedlichen Mitteln gegen Gewalt, Krieg und Militarismus engagieren wollen«. Ziel sei es, die Friedensarbeit »widerständiger und kreativer« zu gestalten, um insbesondere wieder mehr junge Menschen anzusprechen, heißt es selbstkritisch in einer Mitteilung der Veranstalter.

Im Programm der viertägigen Aktionskonferenz findet sich so ziemlich alles, was aktionsorientierte Friedensbewegte als Handwerkszeug gebrauchen können: Ziviler Ungehorsam, Rebell Clown Action, Großpuppenbau, rechtliche Aufklärung, Straßentheater, Kommunikationsguerilla, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Den Abschluss bildet ein Aktionstag am 1. November.

PAXX wird von zahlreichen pazifistischen und antimilitaristischen Organisationen vorbereitet. Die Koordination hat die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) übernommen.

PAXX Peace Action Training, Mannheim 1.11.2010PAXX-TeilnehmerInnen der Theater-Workshops spielen eine Szene

Großpuppe Großpuppe "Schreibtisch-Töter"

Transparent mit Motto: Statt Kriege verwalten: Gewaltfrei Leben gestaltenPlenumsrunde beim PAXX Peace Action TrainingPlenumsrunde beim PAXX Peace Action Training


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Radio und Filmbeiträge

Interviews gab Roland Blach (Geschäftsführer des DFG-VK-Landesverband Ba-Wü) Radio Dreyeckland)und der dpa Mannheim

 

Interview mit Jürgen Grässlin über Rüstungsexporte und das Grundgesetz Dim lights Embed Embed this video on your site

Roland Blach über PAXX im Video-Interview Dim lights Embed Embed this video on your site

Einen guten Eindruck von PAXX vermittelt der Bericht von Stephan Brües. Er war für den Mitveranstalter Bund für soziale Verteidigung, BSV, im Orgateam engagiert. zu Stephans Bericht

Link zu den PAXX-Mitveranstaltern

Heidelberger Party-Kollektiv Party & Activism

Werkstatt für Gewaltfreie Aktion Baden

Bund für soziale Verteidigung

DFG-VK