Start Afghanistan Schweigemarsch für die Beendigung des Afghanistankrieges
28 | 05 | 2017
Schweigemarsch für die Beendigung des Afghanistankrieges PDF Drucken
Sonntag, den 21. Februar 2010 um 23:24 Uhr

Gelungener Schweigemarsch für eine friedliche Lösung in Afghanistan

Den Passanten in der Breiten Straße und auf den Planken bot sich am Samstag (20.2.2010) ein ungewöhnlicher Anblick: Rund 60 Personen zogen im Gänsemarsch durch Mannheims Fußgängerzone. Etliche der Teilnehmer trugen Plakate oder eine Maske auf der Brust oder im Nacken.

Auf den Plakaten standen Forderungen wie "Dem Frieden eine Chance - Truppen raus aus Afghanistan" oder "Bundeswehr und NATO raus aus Afghanistan". So wurde das Anliegen der Aktion den Passanten schnell ersichtlich. Zur weiteren Information diente ein zusätzlich verteiltes Flugblatt. Den Anlass für die auffällige Aktion, bildete die im Bundestag anstehende Abstimmung (am 26.02.2010) über die Aufstockung des Bundeswehrkontingentes in Afghanistan. Angesichts der verheerenden Bilanz nach acht Jahren Truppeneinsatz mit Tausenden Toten und schlimmeren Lebensbedingungen forderten die Schweigemarschierer ein Nein von den Bundestagsabgeordneten.

Mit den Masken drückten die Teilnehmer ihre Trauer für die vielen in Afghanistan umgebrachten Menschen aus. Eigentlich wollten sie Masken vor dem Gesicht tragen. Das aber wollte die Polizei nicht zulassen, denn sie sah darin einen Verstoß gegen das Vermummungsverbot im unlängst verschärften Versammlungsgesetz.

Anscheinend war es gerade das im Gegensatz zu lautstarken Demos auffällige Schweigen, was das Interesse vieler Passanten und der Straßenbahnfahrgäste verstärkte. Anders als bei ähnlichen Aktionen stellten die Flugblattverteiler erfreut fest, dass viele Passanten die Flugblätter aufgeschlossen entgegen nahmen.

Eine von vielen Aktionen - eine weitere folgte

Die Aktion war eine von mehreren Aktivitäten der jüngsten Zeit, mit denen attac, DFG-VK und Friedensplenum über das Afghanistan-Desaster informiert haben, von der Regierung einen Kurswechsel in der Afghanistan-Politik fordern. Dazu hatte man eine Informationsveranstaltung organsiert und beschlossen an die Mannheimer Bundestagsabgeordneten offene Briefe zu schreiben (Brief und Antworten können auf dieser Internetseite angesehen werden. Eine Kundgebung am 28.01.10 am Paradeplatz aus Anlass der sog. Londoner Afghanistan-Konferenz folgte.

Hochkarätige Informationen gab es auch bei der Info- und Diskussionsveranstaltung mit Tobias Pflüger am Do. 4. März 2010 ab 19 Uhr im Forum Jugendkulturzentrum. Pflüger ist Mitbegründer der Tübinger Informationsstelle Militarisierung, IMI, und war 2004-09 Abgeordneter im Europaparlament. Er verfügt über sehr fundiertes Wissen über die Militäreinsätze und hat mit den IMI-Mitstreitern viele militärkritische Veröffentlichungen herausgegeben. Mehr zur Veranstaltung

Die Veranstalter hoffen, mit ihren Aktionen andere zu ermutigen. Jeder die oder der ein Ende des Bundeswehreinsatzes direkt bei den Bundestagsabgeordneten einfordert, trägt zu einem Umdenken bei.