Start Afghanistan Erfolgreiche Kundgebung für Bundeswehrabzug
13 | 12 | 2017
Erfolgreiche Kundgebung für Bundeswehrabzug PDF Drucken
Samstag, den 30. Januar 2010 um 16:58 Uhr

Dem Frieden eine Chance – Bundeswehr und NATO raus aus Afghanistan

Knapp 100 Teilnehmer haben sich für dieses Ziel am 28. Januar 2010 trotz eisiger Kälte am Paradeplatz versammelt und eine Lösung des Afghanistankrieges mit zivilen Mitteln und ohne Militär anzumahnen.

Als Vertreter des Friedensplenums Mannheim wies Roland Schuster darauf hin, dass die Regierung die Zahl der Bundeswehr-Soldaten von 4.500 um 850 auf 5.350 aufstocken will. Bereits jetzt seien 110.000 ausländische Soldaten unter NATO- oder OEF-Befehl in Afghanistan, bis Mitte dieses Jahres werden es wohl 150.000 sein.

Roland betonte: „Jede Intensivierung, jede Ausweitung des Krieges hat nicht zu Frieden oder zu zivilen Aufbau geführt, wie uns das jahrelang vorgelogen worden ist. Nein dies hat das Land in Chaos; Elend und Verwüstung geführt.“ Und er warnte davor, dass Pakistan immer mehr in den Krieg hineingezogen werde.

Demokratie nach westlichem Vorbild, Frauenbefreiung Drogenbekämpfung seien nicht die eigentlichen Gründe des Militäreinsatzes, sondern geostrategischen Interessen sowie Ein-dämmung aufstrebender Staaten wie China, Indien, Russland Pakistan

Roland kritisiert die Absicht von Entwicklungsminister und Z12-Soldat Dirk Niebel, nur noch mit NGOs und Helferorganisationen in Afghanistan zu arbeiten, die aktiv mit der Bundeswehr zusammenarbeiten.

Frieden in Afghanistan benötige einen schnellen Waffenstillstand und einen raschen und ver-bindlichen Abzug der Bundeswehr und aller anderen NATO-Truppen. Roland sprach sich für einen Runden Tisch aus, an „dem nicht die Staaten mit geostrategischen Interessen schon gar nicht die NATO, sondern die Menschen in Afghanistan und der Region die Hauptrolle spielen mit Unterstützung ziviler Organisationen und der UNO statt der NATO.“

Wichtig sei die Unterstützung des zivilen Aufbaus, der nicht von militärischen und geostrate-gischen Interessen geleitet ist.

Roland forderte die Bundesregierung auf dem Beispiel der Niederlanden und Kanadas zu folgen und die Bundeswehr so schnell wie möglich aus Afghanistan zurückzuziehen. An die Abgeordneten des Deutschen Bundestages richtete er den Appel, in der entscheidenden Sit-zung im Bundestag – voraussichtlich Ende Februar – gegen die Aufstockung der Bundeswehr zu stimmen und damit dem Willen der deutschen Bevölkerung zu folgen. 80% hätten sich sind gegen die deutsche Beteiligung an dem Krieg, jeder Dritte ist für den sofortigen Abzug ausgesprochen, wie der „Stern“ in seiner letzten Ausgabe berichtet habe.

Zum PDF-Dokument: Rede von Roland Schuster

Brief an die Mannheimer MdBs
Bei der Kundgebung wurde auch ein Brief an die Bundestagsabgeordneten aus Mannheim verlesen, der diese auffordert, bei der Abstimmung für die Entsendung von weiteren Soldatinnen und Soldaten nach Afghanistan mit NEIN zu stimmen. Mit zittrigen Fingern (wegen der klammen Kälte) aber mit festem Willen dem Kriegseinsatz ein Ende zu setzen, unterschrieben 60 Personen den Brief.

Zum PDF-Dokument  Weiterer offener Brief an die Mannheimer MdBs (vom 2.1.10 )